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NWZonline.de Region

„Die Wölfe waren 20 Meter hinter mir“

17.06.2015

Lüneburger Heide

Frage: Herr Brüggemann, Sie hatten eine unangenehme Begegnung mit Wölfen. Was ist passiert?
Brüggemann: Ich bin Rad gefahren mit meinem Hund an der Böhme bei Tetendorf. Da habe ich auf einer Wiese einen Wolf gesehen. Ich habe gedacht, das glaubt mir doch kein Mensch, bin abgestiegen und habe ein Foto gemacht.
Frage: Und dann?
Brüggemann: Plötzlich ist aus dem Gras ein zweiter Wolf aufgestanden. Den hatte ich gar nicht gesehen. Sie sind beide auf mich zugelaufen. Mein Hund hat Angst bekommen, den Schwanz eingezogen und wollte nur noch weg.

Keine Gefahr

Ein spezieller Schutz vor Wölfen ist grundsätzlich nicht notwendig, sagt Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Von gesunden Wölfen gehe in der Regel keine Gefahr aus. Auch nicht für Reiter.

Das Land haftet laut Wenzel nicht bei Unfällen oder Angriffen. Der Wolf sei ein Wildtier, niemand könne haftbar gemacht werden.

Frage: Haben die Wölfe Sie noch weiter verfolgt?
Brüggemann: Ja. Sie haben mich ein ganzes Stück verfolgt, obwohl ich ganz schön in die Pedale getreten habe. Sie waren immer 20 bis 25 Meter hinter mir. Weil der Weg durch den Wald nach Hause zu weit war, bin ich in ein Neubaugebiet reingefahren. Da haben drei Hunde bei einem Eckhaus wild gekläfft. Ich weiß nicht, ob das die Wölfe irritiert hat. Sie sind aber weggelaufen.
Frage: Wie haben Sie sich gefühlt?
Brüggemann: Nicht nur der Hund hatte Angst, sondern ich auch.
Frage: Sind das die ersten Wölfe in der Gegend?
Brüggemann: Nein, Wölfe sind hier schon häufiger rund um Soltau gesehen worden. Ich habe selbst schon vorher mal einen gesehen. Auch eine ältere Dame ist ihnen begegnet – mit ihrem Hund. Die hat erzählt, dass die Wölfe Beute hatten und vielleicht deshalb nicht interessiert waren. Die Wölfe haben auf jeden Fall überhaupt keine Scheu vor Menschen, sondern sind eher neugierig. Die kommen bis zu uns auf die Pferdeweide. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wir fürchten, dass die Pferde durchgehen und auf die Bundesstraße laufen könnten.
Frage: Hat sich durch die Wölfe nun also einiges verändert?
Brüggemann: Wir sind eine Ferienregion hier in der Lüneburger Heide. Auf den Höfen um uns herum haben sie Angst, dass die Gäste wegbleiben. Es gibt viele Pensionsställe für Pferde. Doch viele Leute bringen ihre Pferde schon nicht mehr in die Region. Aus Richtung Hamburg kommen keine Leute mehr zu uns. Wir züchten selbst Pferde und habe höhere Kosten für Heu und Stroh, wenn wir die Pferde nicht mehr auf die Weide lassen können.
Frage: Was wollen Sie unternehmen?
Brüggemann: Ich war bei der Stadt und beim Landkreis. Die haben das alles aufgenommen. Auch die Wolfsbeauftragte des Landes wollte sich das ansehen.
Marco Seng Redakteur / Reportage-Redaktion
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