EDEWECHT/BERLIN - Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, beschreibt ihn als „unaufgeregten und zuverlässigen Experten, dem zugehört wird und der über Durchsetzungskraft verfügt“; in rund 21 Bundestagsjahren hat er sich als CDU-Militärexperte einen hervorragenden Namen gemacht: Thomas Kossendey, Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, wird an diesem Dienstag 60 Jahre alt. Und es passt zur Persönlichkeit des in Edewecht (Landkreis Ammerland) wohnenden Politikers, dass dieser runde Geburtstag an seinem Geburtsort Berlin für ihn ein buchstäblich ganz normaler „Dienst-Tag“ mit Regierungsgeschäften ist.
Die politische Karriere Kossendeys begann in den 70er Jahren bei der Jungen Union. Sechs Jahre – ungewöhnlich lange – führte er die CDU-Nachwuchsorganisation im Oldenburger Land. Kommunalpolitische Erfahrung holte er sich im Rat von Edewecht. Beruflich wechselte der Jurist zweimal von der Bezirksregierung in Oldenburg in die Landesverwaltung: 1981/82 als Persönlicher Referent von Kultusminister Werner Remmers, 1984 als Leiter des Ministerbüros von dessen Nachfolger Georg-Berndt Oschatz.
Nach einem 1983 gescheiterten Versuch setzte sich Kossendey 1987 bei der Kandidatenkür im Bundestagswahlkreis Oldenburg/Ammerland gegen den seit 1976 amtierenden Oldenburger Abgeordneten Werner Broll durch – Listenplatz 19 reichte seinerzeit so eben für ein Ticket ins Bonner Parlament. Als Wunschausschüsse hatte der Newcomer „Jugend/Familie/Gesundheit“ und „Arbeit/Soziales“ notiert. Doch die Partei hatte anderes mit ihm vor. Den einstigen Obmann im Verteidigungsausschuss, der seinen Wahlkreis noch nie direkt gewinnen konnte, berief Bundeskanzlerin Angela Merkel im Oktober 2006 ins Regierungsamt.
Über sein Leben in der Politik hat Thomas Kossendey einmal gesagt: „Ich mach’ das nicht bis zu meiner Pensionierung, das will ich mir und meiner Familie nicht antun.“ Schau’n mer mal.
