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NWZonline.de Region

Kooperation: Ein ganz besonderer Ort zum Experimentieren

31.10.2016

Hannover Auch bei trübem Wetter hat das Containerdorf in der Nähe des Lindener Hafens in Hannover einen besonderen Charme: Zwischen bunten Blechhütten wird gewerkelt, an vielen Ecken stehen selbst gebaute Bänke. Das vor gut zwei Jahren gegründete Platzprojekt sieht sich als Ort zum Experimentieren. Für eine Miete von monatlich 60 Euro können sich hier Kreative ansiedeln. Mitmachen kann jeder mit einer innovativen Idee, der auch bereit ist, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Inzwischen stehen etwa zwei Dutzend Übersee-Container auf dem Gelände neben einem Skater-Park. Das Projekt wird vom Bund gefördert und ist nach Angaben der Initiatoren deutschlandweit einmalig.

Das Teilen von Räumen spielt eine große Rolle. Die Massagebox von Lena Reckewerth zum Beispiel kann von Profis und Laien gebucht werden. Das Trekkers Huus ist ein ökologisches Hostel, wo die Übernachtungsgäste so viel zahlen können, wie sie wollen. Außerdem gibt es eine gemeinsame Werkstatt, ein Tattoo-Studio und sogar ein alternatives Bestattungsinstitut. Der „Kinderwagen“ bietet Kinderbetreuung an, Kooperationen gibt es auch mit Flüchtlingsinitiativen.

Die meisten Teilnehmer sind zwischen 20 und 40 Jahre alt, viele gerade mit dem Studium fertig. Die Mehrzahl betreibt das Container-Projekt nebenberuflich. So geht es den Brüdern Kevin und Erik Höing von der Fahrradmanufaktur Pirate Cyclex. In zwei übereinandergestapelten Containern haben sie Werkstatt und Verkaufsraum eingerichtet. „Das ganze Projekt ist total spannend. Mit dem Nachbar, der Surfbretter baut, kann ich mich zum Beispiel über Materialien austauschen“, sagt Kevin Höing.

Inzwischen gibt es auch Wasser, Strom und sogar einen Internet-Zugang auf dem Gelände. In der Braukiste können Gruppen die Kunst des Bierbrauens lernen. Aus den Rückständen wird Brot gebacken.

Das Gelände hat der Verein Platzprojekt von der Metro AG gepachtet. Somit ist die Zukunft ungewiss. Allerdings hat die Stadt Hannover sich mit dem Unternehmen in Verbindung gesetzt, um „eventuelle Verkaufsabsichten des Geländes seitens der Metro AG abzuklären“, wie die Sprecherin des Oberbürgermeisters erklärt. Zudem wird das Platzprojekt seit März 2014 für drei Jahre mit insgesamt 120 000 Euro vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung gefördert. In der Reihe „Jugend.Stadt.Labor“ wurde es als eines von acht Projekten bundesweit ausgewählt.

Für Hannover ist das Projekt ein Aushängeschild, das zeige, dass es viele Kooperationsmöglichkeiten mit der Verwaltung gebe und eine Kultur gelebt werde, die es jungen Kreativen ermögliche, ihre Pläne umzusetzen. Die Stadtverwaltungen von Bremerhaven und Hamburg besuchten bereits das Pionierprojekt in Hannover. Angesagt haben sich zudem vier junge Architekten aus dem französischen Rouen, die eine Zeit lang im „Artist Residency Container“ wohnen wollen, um danach einen ähnlichen Platz in ihrer Heimatstadt zu gründen.

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