Nordholz - Der Landkreis Cuxhaven will ein Schwergewicht in der kommerziellen Raumfahrt werden. Vom Militärflughafen der Gemeinde Nordholz aus sollen bald Flugzeuge mit Raketenantrieb bis an den Rand des Alls fliegen, wie Flughafenchef Thomas Lötsch ankündigte.

Das US-amerikanische Raumfahrtunternehmen Xcor Aerospace plant, Forscher und Touristen mit seinem Raketenflugzeug „Lynx“ rund 100 Kilometer über die Erdoberfläche zu befördern. Bei der Bremer Flugsicherung ist jedoch noch keine Genehmigung beantragt worden.

Das Raumschiff „Lynx“ befindet sich noch in der Entwicklung. Es soll bei den Ausflügen ins All neben dem Piloten jeweils einem Fluggast bis zu sechs Minuten Schwerelosigkeit ermöglichen. Dabei hebt das Flugzeug horizontal mit Raketenantrieb ab und steigt dann senkrecht nach oben. „Wir fliegen in 100 Kilometer Höhe, womit gerade die Grenze des Weltraums überschritten wird“, sagte Projektkoordinatorin Uta Marita Meissner von Xcor.

Bei den Weltraumflügen soll die zivile Forschung beispielsweise mit Gravitationsexperimenten im Vordergrund stehen. „Die Höhe ist sehr interessant für die Forschung“, sagte Meissner. Von oben könnten Planeten beobachtet und die Atmosphäre untersucht werden. Auch reichen Weltraumtouristen sollen die Ausflüge ins All für mehrere Zehntausende Euro offenstehen.

Die Projektbeteiligten geben sich zuversichtlich hinsichtlich des Vorhabens und rechnen in den kommenden Monaten mit ersten Testflügen des „Lynx“-Flugzeugs in der Mojave-Wüste im Westen der USA. Die Flugsicherung Bremen muss die Flüge genehmigen und zeigt sich deutlich skeptischer. Man glaube nicht, dass das in den nächsten Jahren passieren werde, hieß es.