Im Nordwesten - Die Einschulung ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts und ein einmaliges Erlebnis für jedes Kind. An diesem Samstag ist es in Niedersachsen soweit. Und natürlich wollen nicht nur die Eltern, sondern auch Freunde und Verwandte den neuen Schulkindern an diesem Tag eine Freude machen. Doch bei der Einschulung gilt: Weniger ist oftmals mehr.
„Sobald der Tag der Einschulung mit vielen materiellen Geschenken einhergeht und so zu einem großen Event wird, rückt das eigentliche Thema aus dem Fokus“, sagt Jörg Schulte-Pelkum. Der Schulpsychologe aus Oldenburg ist stellvertretender Dezernatsleiter im Bereich Schulpsychologie beim Regionalen Landesamt für Schule und Bildung in Osnabrück. Das eigentliche Thema, sagt Schulte-Pelkum, sollte am Einschulungstag die neue Rolle des Kindes als Schulkind sein. Um die zu würdigen, sei vor allem eines wichtig: dass das Kind die Aufmerksamkeit, Zeit und Zuwendung von seinen Eltern bekomme, die es an seinem großen Tag braucht.
Kein Wettrüsten
„Bei Kindergeburtstagen hat man heute ja auch oft das Gefühl, dass es bei vielen Familien ein Wettrüsten gibt“, sagt Schulte-Pelkum. „Aber es muss nicht immer ein großes Erlebnis-Event sein. Selbst, wenn andere Familien sehr viel organisieren und schenken, muss man das nicht unbedingt mitmachen.“ Natürlich sei es in Ordnung, wenn das Kind an seinem großen Tag neben der Schultüte noch einige Aufmerksamkeiten bekomme. „Aber wenn der Tag der Einschulung ein zweites Weihnachtsfest wird, ist es sicherlich etwas zu viel.“
Diese Position vertritt auch die niedersächsische Landesgruppe des Grundschulverbandes. „Grundsätzlich ist es wichtig, dass das Einschulungskind nicht mit Geschenken überhäuft wird“, sagt Svenja Telle von der Landesgruppe. „Die Geschenke sollten mit Bedacht ausgewählt werden und zu den Interessen des Kindes passen.“ Als Inhalt der Schultüte eignen sich aus Sicht des Grundschulverbandes auf jeden Fall Schulutensilien: „Das können besonders hübsche Stifte oder Kletties für den Schulranzen sein.“ Doch: „Geld, elektronisches Spielzeug, Computerspiele oder gar ein Handy eignen sich nicht als Einschulungsgeschenk.“
Geschenkideen
Auch die Deutsche Schülerhilfe rät dazu, Kindern zur Einschulung eher gezielte Geschenke zu machen, die mit dem Schulanfang in Zusammenhang stehen. Beispiele sind Kinder-Wecker, ein Freundschaftsbuch, ein Regenschirm mit Reflektoren, Lernspiele, Magnetlesezeichen, ein Geldbeutel oder Sticker oder Glücksbringer, ein Stiftehalter für den Schreibtisch oder ein Fotoalbum.
