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NWZonline.de Region

Abend der gemischten Gefühle

16.10.2017

Elsten Zu Beginn dieses Wahlabends weiß Christoph Eilers, CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis 67 (Cloppenburg), noch nicht so recht, was er mit diesen Zahlen anfangen soll. Dass er nach Hannover in den Landtag gewählt wird – geschenkt, das ist von Anfang an klargewesen. Das schwache Abschneiden der Christdemokraten im Land hat der 48-Jährige dagegen so nicht erwartet. „Das Ergebnis ist eine Enttäuschung“, brachte es der Diplom-Kaufmann bei seiner Wahlparty mit rund 100 Gästen in der Elstener Gaststätte „Zum alten Dorfkrug“ – oder auch „Puschkin-Hilde“ – auf den Punkt. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) habe es geschafft, mit seinem Image als Sympathieträger das Ruder in letzter Minute für die Sozialdemokraten herumzureißen.

Dass sich im Laufe des Abends doch so langsam die Feierstimmung durchsetzt, liegt wohl nur zum Teil am Puschkin mit Kirsche, für den der Dorfkrug weit über die Grenzen bekannt ist. Nein, die CDU hat ihr Zweitstimmenergebnis von 2013 im Wahlkreis 67 in etwa halten können, und auch Eilers zeigt sich in Anbetracht von rund 61 % Erststimmen (in seiner Heimat Cappeln sogar 69 %) zufrieden. Zwar büßt er gegenüber seinem Vorgänger Clemens gr. Macke (Addrup) mehr als acht Prozent ein, doch er selbst hat für sich zuletzt ein Ergebnis „im Bereich Silvia Breher“ anvisiert. Und die Löningerin hat bekanntlich bei der Bundestagswahl mit 57,7 % das bundesweit beste CDU-Ergebnis eingefahren. Und Eilers fährt an diesem Abend eben das mutmaßlich beste Resultat im Land vor Dr. Stephan Siemer (Vechta) ein.

„Ich glaube, dass Themen, die für die Menschen hier in unserer landwirtschaftlich geprägten Region wichtig sind, beim Wähler im Land nicht so verfangen haben“, sagt Breher (44) bei Eilers’ Wahlparty. Auch der Juristin ist deutlich anzusehen, dass sie mit einem deutlich besseren Ergebnis für die CDU in Niedersachsen gerechnet hat.

Die Hoffnung auf einen Ministerpräsidenten Bernd Althusmann will der CDU-Landes- und Kreisvorsitzende Franz-Josef Holzenkamp (Emstek) derweil noch nicht aufgeben. Es sei gelungen, dass Rot-Grün wahrscheinlich keine Mehrheit mehr habe. Jedoch verbiete sich im Hinblick auf Personen, Parteien und Bündnisse „der Blick in die Glaskugel“. Holzenkamp vergisst bei allem Lob auf Eilers auch dessen Vorgänger gr. Macke nicht, der „15 Jahre aufopferungsvolle Arbeit für seine Heimat und seinen Wahlkreis“ geleistet habe.

Gr. Macke selbst macht an diesem Abend einen entspannten Eindruck. Es falle ihm nicht schwer, loszulassen, und sich nun anderen Projekten zuzuwenden. Welche das sind, will der 58-Jährige nicht verraten. Zudem freue er sich darauf, mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können.

Freude herrscht an diesem Abend auch über das Abschneiden der AfD, die im Land mit sechs Prozent weniger als die Hälfte ihres Bundestagswahlergebnisses vom 23. September einfährt. Gleichwohl gibt es gerade in den Wahllokalen mit einem hohen Spätaussiedleranteil weiterhin hohe Ergebnisse für die Rechtspopulisten. Im Cloppenburger Wahllokal „Die Arche“ sind es an diesem Abend 17,2 % (Bundestagswahl: 27,5 %), in der Molberger Anne-Frank-Schule immerhin 15,9 % (29,5 %).

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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