ESCHEDE - Zum zehnten Jahrestag des ICE-Unglücks von Eschede am 3. Juni wollen die Angehörigen der 101 Opfer ein stilles Gedenken haben. „Wir lehnen eine öffentliche Feier nicht pauschal ab“, sagte Hinterbliebenen-Sprecher Heinrich Löwen am Donnerstag. Der Jahrestag solle aber keine Plattform zur Selbstdarstellung von Politikern und anderen Menschen werden.
Außerdem wünschten sich die Angehörigen, dass die Deutsche Bahn „außen vor“ bleibt. „Wir wollen keine Auseinandersetzung in die Geschichte hineintragen, aber die Wünsche der Betroffenen sollten berücksichtigt werden“, sagte Löwen.
Seit 1999 versammeln sich die Angehörigen für Schweigeminuten und ein Gebet jedes Jahr zum Unfallzeitpunkt, um 10.58 Uhr, in Eschede.
Während der Gedenkfeier werden Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und Landrat Klaus Wiswe (CDU) reden. Zusätzlich findet ein ökumenischer Gottesdienst in der St.-Johannes-Kirche statt. Bei dem schwersten Zugunglück in der Geschichte der deutschen Bahn prallte der ICE 884 „Wilhelm Conrad Röntgen“ mit einer Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern gegen eine Brücke. 101 Menschen starben, 105 wurden verletzt.
