Etzel - Der Bedarf an Flüssigerdgas (LNG) nimmt in den mittel- und süddeutschen Wirtschaftszentren zu. „So ist es auch erforderlich, dass immer größere Mengen vom Norden in den Süden transportiert werden“, erklärt Marcel Sodmann, Leiter Öffentlichkeitsarbeit des Kavernenbetreibers Storag Etzel. Vor diesem Hintergrund steht ein weiteres Neubauprojekt:
Bis Ende 2026 soll die Etzel-Wardenburg-Anschlussleitung (EWA) in Betrieb genommen sein, die der Netzbetreiber Open Grid Europe (OGE) mit Sitz in Essen realisieren möchte. Es handelt sich um eine 66 Kilometer lange Pipeline mit einem verhältnismäßig großen Durchmesser von 120 Zentimetern und einem späteren Betriebsdruck von 100 bar. Sie dockt im Bereich Horsten / Etzel an die Norddeutsche Erdgas-Transversale (Netra) an und führt parallel der Erdgastransportleitung zur Verdichterstation Wardenburg südlich von Oldenburg.
Nach Unternehmensangaben gibt es allein für die LNG-Anlagen in Wilhelmshaven einen Transportbedarf von 26 Gigawatt. In das Vorhaben, das ab dem zweiten Quartal 2025 umgesetzt werden soll, will OGE 235 Millionen Euro investieren – für das unterirdische Leitungsneubauvorhaben inklusive aller notwendigen technischen Einrichtungen. Eine vorzeitige Inbetriebnahme, etwa im Winter 2024/2025, sei unter günstigen Rahmenbedingungen wie die Aufnahme der Leitung in das LNG-Gesetz möglich. Die OGE befindet sich mit ihrem Projekt derzeit im Raumordnungsverfahren; 2024 soll das Planfeststellungsverfahren starten.
„Die EWA ist von großer Bedeutung, weil das vorhandene Netz für die zunehmenden Gasvolumina nicht ausreicht. Die Verbindung nach Oldenburg stößt an ihre Kapazitätsgrenzen“, sagt Marcel Sodmann. Seit Dezember sei die Pipeline vom LNG-Terminal am Jadebusen bis zum Kavernenspeicher Etzel in Betrieb, und Norwegen fahre seine Produktion auf Bitten der Bundesregierung weiter hoch. Der Storag-Sprecher: „Somit kommt immer mehr norwegisches Gas durch die Europipe I und II über Dornumergrode sowie durch die Emden-Etzel-Pipeline bei uns an.“
