Koblenz/Im Nordwesten - Unter den Demonstranten, die beim EU-Agrarministertreffen in Koblenz für eine andere Agrarpolitik protestieren, sind auch zahlreiche Landwirte aus dem Nordwesten. Die EU-Agrarminister, die auf Einladung von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) dort zwei Tage zusammenkommen, bekamen das bereits am Montag zu spüren. Die Fahrt zum Mittagessen im Weindorf Winningen verzögerte sich wegen der Traktoren auf den Straßen.
Zahlreiche der 80 Landwirte aus der Region kommen aus dem Kreis Oldenburg und aus der Wesermarsch, aber auch aus Friesland. Unter ihnen ist Jan-Bernd Stolle aus Großenkneten. „Wir möchten mit Julia Klöckner fachlich diskutieren“, sagte er. Stolle war einer der 50 Landwirte, die mit dem Trecker die mehr als 400 Kilometer lange Strecke absolvierten und dafür elf bis 14 Stunden unterwegs waren. Die Landwirte wollten ihre Familien und die Bevölkerung ernähren, und das könne man nicht, „wenn man den Landwirten mehr Steine in den Weg legt“, sagte Stolle.
Die Landwirte, darunter auch Berufskollegen aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Österreich, wenden sich gegen pauschale Auflagen für die Landwirtschaft. Regionale Besonderheiten müssten berücksichtigt werden, fordern sie.
Die EU-Minister wollen die gemeinsame Agrarpolitik reformieren. An den Auflagen für mehr Umweltschutz in der Landwirtschaft scheiden sich die Geister. An diesem Dienstag soll die Trecker-Demo fortgesetzt werden.
