Oldenburg/Ahlhorn - Das Blockhaus Ahlhorn wird Ende Mai als kirchliche Einrichtung stillgelegt und soll in private Hände übergehen. Diesen Beschluss des Oberkirchenrates teilte der zuständige Dezernent, Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker, der Synode der evangelischen Kirche im Oldenburger Land mit.
Für die insgesamt 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendbildungsstätte hätten sich, so Mucks-Büker auf der digitalen Synodentagung, keine Perspektiven für eine Weiterbeschäftigung ergeben. Deshalb seien bereits die gesetzlich vorgesehenen Gespräche mit der Mitarbeitendenvertretung geführt worden. Jetzt würden unverzüglich Verhandlungen über einen Sozialplan begonnen.
Machbarkeitsstudie
Grundlage der Betriebsstilllegung ist ein Beschluss der Synode im November 2020, sich aus der alleinigen Trägerschaft des Blockhauses zurückzuziehen. Die Einrichtung soll nun in private Hände gehen.
In der vergangenen Woche hatten die Bremer Projektentwickler Anton Brinkhege und Marcus Henke erklärt, dass sie eine Trägergesellschaft für das Blockhaus Ahlhorn gründen und die Einrichtung übernehmen wollen. Voraussetzung sei allerdings, dass eine derzeit laufende Machbarkeitsstudie zu einem positiven Ergebnis komme.
Ziel sei es, ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept zu entwickeln. Denkbar sei ein Bildungszentrum für ökologische, ökonomische und soziale Ziele mit besonderem Bezug zum regionalen Umfeld, bei dem die Jade Hochschule oder auch die Universität Oldenburg beteiligt werden könnten. „Die bisherigen Gespräche mit weiteren Interessenten wie dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur oder der Jade Hochschule zeigen, dass es nicht nur viel guten Willen und Engagement gebe, sich aktiv einzubringen, sondern auch kreative Ansätze, die zumindest die Hoffnung nähren, dass es am Blockhaus auch zukünftig gut weitergehen kann“, so Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker. In Bezug auf die Mitarbeitenden im Blockhaus kündigte Mucks-Büker an, dass es am Montag eine Betriebsversammlung geben werde, an der auch Bischof Adomeit teilnehmen werde.
Bedauerlicher Beschluss
Die Entscheidung sei bedauerlich, aber aus Sicht der Kirchenleitung unumgänglich, erläuterte Mucks-Büker. In den anstehenden Sozialplanverhandlungen werde deshalb versucht, den Mitarbeitenden in der Schwere dieser Entscheidung und ihrer Konsequenzen so angemessen und wertschätzend wie möglich zu begegnen.
Bis zu einem Neuanfang in Ahlhorn werde es noch längere Zeit dauern, da ab 2022 zunächst noch mit Baumaßnahmen zu rechnen sei.
Kirchenparlament wählt Verwaltungschef
Mit einer wichtigen Personalentscheidung setzt die Synode der evangelischen Kirche im Oldenburger Land an diesem Freitag ihre digitale Tagung fort. Nachdem sich am Donnerstag zwei Bewerber für das Amt des juristischen Oberkirchenrats vorgestellt haben, soll heute über die Nachfolge von Susanne Teichmanis abgestimmt werden, die ihr Amt als Finanz- und Verwaltungschefin aus persönlichen Gründen abgegeben hatte.
Beide Kandidaten für das Amt sind bereits jetzt in Oldenburg tätig. Frank Lütjelüschen (52) ist seit 2009 bei der Landessparkasse zu Oldenburg für die Sanierung großer Kreditengagements zuständig. Dr. Axel Rinjes (49) ist seit 2012 als Staatsanwalt unter anderem für Verfahren aus den Bereichen Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen und Schwarzarbeit zuständig.
In ihren Bewerbungsreden unterstrichen beide, dass sie große Lust hätten, an verantwortlicher Stelle in der oldenburgischen Kirche mitzuarbeiten. Außerdem seien sie entscheidungsfreudig, teamfähig und innovationsbereit. Neben ihrem juristischen Sachverstand verwiesen beide auf ihre wirtschaftlichen Erfahrungen.
Individuelle Unterschiede wurden dann nach den Vorstellungsreden in den persönlichen Fragerunden deutlich, sodass die Mitglieder des Kirchenparlaments gute Möglichkeiten zur Meinungsbildung hatten.
