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NWZonline.de Region

Musiker mit Leib und Seele

15.10.2019

Falkenburg Früher war es bestimmt häufiger so, dass junge Menschen bei ihrem beruflichen Weg nicht ihrem Herzen gefolgt sind. Sie erlernten den Beruf, der gerade möglich war oder vom Elternhaus vorgegeben wurde. Bei Björn Lohmeier (47) war es ähnlich. Es ging sogar soweit, dass ihm sein Körper signalisierte: „Mach’ etwas anderes“. Er hat darauf gehört und sich inzwischen selbstständig gemacht mit seinem Ein-Mann-Unternehmen „SetOut Records“.

Dieser Name passt sehr gut zu Björn Lohmeier, denn „to set out…“ bedeutet so viel wie „zu einer Reise aufbrechen, sich auf den Weg machen….“. Und wenn auch über Umwege: Seinen Traumberuf hat Björn nach langer Reise gefunden.

Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Brinkum. Als sein älterer Bruder eine Gitarre erhielt, war Björn fasziniert von dieser Musik. Mit einem Freund meldete sich der damals 13-Jährige zum Gitarrenunterricht an. Nach den ersten zehn Unterrichtsstunden fragte die Lehrerin: „Wollt Ihr weitermachen?“ Aus einer Laune heraus habe er damals „Nein“ gesagt, erzählt Björn.

Er konnte von seiner Gitarre aber nicht lassen und brachte sich nun vieles selber bei. „Wenn ich einmal schlecht drauf war, habe ich meine Gitarre genommen. Musik hilft in allen Lebenslagen“, schwärmt er. Schon damals träumte Björn vom eigenen Tonstudio. Er komponierte selber Titel und nahm diese auf seinem Kassettenrecorder auf. Durch seinen viel zu früh verstorbenen Freund Stephan kam er neben der Gitarre auch zum Schlagzeug. In seiner ersten Band „Naked Clown“ hat er dann auch am Schlagzeug gesessen.

Nach dem Abitur wollte Björn unbedingt Musik studieren, aber im Gespräch mit seinen Eltern änderte er den Entschluss. Bei einem Versicherungsunternehmen fand er einen Ausbildungsplatz, den er aber erst ein Jahr nach dem Abitur antreten konnte. Solange verdiente er sich den Lebensunterhalt unter anderem mit Taxifahrten. Bei einer Nachtfahrt wurde er überfallen und gezwungen, die Einnahmen herauszugeben. „Das war ein Schock. Von diesem Moment an, bin ich nur noch am Tag Taxi gefahren.“

Im Sommer 1992 konnte er dann seine Ausbildung zum Versicherungskaufmann beginnen. Schnell merkte Björn: „Das ist nicht das, was ich will.“ Aber er wollte wenigstens die Ausbildung abschließen, obwohl er gegen Ende sogar gesundheitliche Probleme bekam. Björn absolvierte trotzdem die Abschlussprüfung und versuchte noch, in einem anderen Unternehmen als Versicherungskaufmann zu arbeiten, aber es hatte keinen Zweck: Der Körper rebellierte.

So wandte er sich wieder seiner Leidenschaft zu: der Musik. Mit 22 Jahren nahm er Gitarrenunterricht bei Hanno Bonß­dorf. „Diese Zeit hat mich geprägt“, schwärmt Björn. Er nahm Unterricht, gab aber selbst auch schon sein erlerntes Können weiter. Musik unterrichten, das war genau das, was er wollte. Er begann ein Studium auf Lehramt für das Fach Musik. Nach einem Semester nahm ihn eine Lehrerin zur Seite: „Lehrer ist nichts für Dich. In der Schule musst Du auch Schüler unterrichten, die mit Musik nichts am Hut haben. Du bist genau der Richtige für den Einzelunterricht.“

Jetzt musste sich Björn Lohmeier wieder die Frage stellen: „Was mache ich?“ Da passte es, dass ein Freund nach Australien wollte, und so fuhr Björn kurzerhand mit und hatte viel Zeit zum Nachdenken. An der Uni Bremen belegte er nach seiner Rückkehr Kurse in verschiedenen Musikrichtungen. Für den Lebensunterhalt gab er Musikunterricht und arbeitete an Musikschulen.

Inzwischen musste er nicht nur die Verantwortung für sich, sondern auch für seine kleine Tochter Leticia (jetzt 10) übernehmen. Seine damalige Lebensgefährtin arbeitete am Vormittag und Björn gab am Nachmittag bis oft spät abends Unterricht. Das Leben als Paar blieb auf der Strecke und es kam zur Trennung. Vor einigen Jahren lernte er übers Internet seine Daniela aus Hannover kennen. Beide wollten zusammenleben und so passte es, dass Daniela nicht nur einen neuen Job in der Nähe von Ganderkesee, sondern auch gleich dazu im Internet das gemeinsame Haus fand. Von Bremen ging es für Björn und Daniela in die Gemeinde Ganderkesee, nach Falkenburg. „Wir haben die Natur hier direkt vor der Tür“, schwärmt Björn.

In seinem Haus bietet er nicht nur Instrumentalunterricht an, sondern richtet sich auch gerade ein eigenes kleines Tonstudio ein. Die Aufnahmetechnik für Musik- und auch Sprachaufnahmen gehört mit zum Angebot von Björn Lohmeier – dem Musiker mit Leib und Seele.

Björn Lohmeier,Musiklehrer in Falkenburg

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