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NWZonline.de Region

Falscher KZ-Häftling verlässt Jüdische Gemeinde

30.01.2013

Oldenburg Der angebliche KZ-Überlebende Otto Uthgenannt ist nach NWZ-Informationen von seiner Mitgliedschaft in der jüdischen Gemeinde Oldenburg zurückgetreten. Damit kam der 77-jährige Ostfriese, der im Dezember von der NWZ  als Schwindler entlarvt worden war, einem Ausschlussverfahren durch die Mitgliederversammlung zuvor.

Uthgenannt hatte jahrelang in Schulen und bei Gedenkveranstaltungen über seine fünfjährige Leidenszeit als jüdisches Kind im Konzentrationslager Buchenwald berichtet. Er behauptete, insgesamt 72 Verwandte durch den nationalsozialistischen Terror verloren zu haben, darunter auch Vater, Mutter und Schwester. Recherchen dieser Zeitung konnten allerdings belegen, dass Uthgenannts Geschichte frei erfunden war: Seine Familie war nicht jüdisch, sondern evangelisch, und sie wurde auch nicht in ein Konzentrationslager deportiert. Vater, Mutter und Schwester überlebten den Krieg; Uthgenannts Schwester wohnt heute in Süddeutschland.

Dass Uthgenannt mit einer falschen Biografie überhaupt Mitglied der Jüdischen Gemeinde Oldenburg werden konnte, lag den NWZ-Informationen zufolge an einer Nachlässigkeit der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt.

Dort hatte sich Uthgenannt in den 90er Jahren nach seiner Rückkehr aus den USA angemeldet. Weil er aber die erforderlichen Nachweise über seine jüdische Abstammung nie nachreichte, blieb er lediglich im Status eines geduldeten Mitglieds. Dieser wichtige Hinweis fehlte in dem rabbinischen Nachweis aus Frankfurt, mit dem sich Uthgenannt nach seinem Umzug nach Wittmund 2002 in Oldenburg vorstellte. Ungefähr zu dieser Zeit begann er dann auch, seine angebliche Leidensgeschichte öffentlich zu erzählen.

Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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