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Fischsterben in der Wesermarsch Landkreis äußert sich zu Ursachen

Tote Fische und braunes, stinkendes Wasser: Bilder wie diese haben viele Menschen an der Ollen erleben müssen.

Tote Fische und braunes, stinkendes Wasser: Bilder wie diese haben viele Menschen an der Ollen erleben müssen.

Privat

Wesermarsch - Ein dramatisches Fischsterben in der Ollen bei Berne, aber auch in anderen Gewässern in der Wesermarsch und in angrenzenden Landkreisen hat im August viele Menschen erschreckt und beunruhigt. Für den Landkreis Wesermarsch und viele Experten stand die Ursache schnell fest: Die massiven Regenfälle hätten Nährstoffe aus den Böden in Gräben und Bäche gespült und dort zur massenhaften Vermehrung von Mikroorganismen geführt. Deren Wachstum habe den Sauerstoff aufgezehrt, der schließlich den Fischen fehlte. Die schließlich absterbenden Organismen hätten auch für die extrem dunkle Färbung und einen abstoßenden Geruch des Wassers gesorgt.

Wasserqualität weiter schlecht

Ergänzend zu diesen Erklärungen ließ der Landkreis aber auch Gewässerproben analysieren. Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte der Landkreis Wesermarsch jetzt die Ergebnisse mit und erläuterte, welche Schlüsse daraus gezogen werden.

Zunächst: Auch nach mehreren Wochen ist die Wasserqualität noch nicht wieder in Ordnung: „Es wird noch einige Zeit dauern, bis der vorherige ökologische Zustand des Gewässers wieder hergestellt ist. Der Entwässerungsverband Stedingen trifft alle erforderlichen Maßnahmen, um zeitnah eine Verbesserung der Wasserqualität zu erreichen“, teilt der Fachdienst Umwelt des Landkreises mit.

Außerdem erläutert der Kreis nach den Laboruntersuchungen eine weitere Ursache. Auf überfluteten landwirtschaftlichen Flächen entlang der Gewässer sei das Gras von Bakterien zersetzt worden, ohne dass dabei Sauerstoff zur Verfügung gestanden habe. Dieser Prozess sei vergleichbar mit der organischen Zersetzung in Mooren oder auch in Biogasanlagen. Die hohen Temperaturen hätten diesen Prozess noch beschleunigt. Ein Ergebnis: In den Bereichen, in denen sich das Wasser gestaut habe, sei die Grasnarbe sichtbar zerstört. Die Überreste der zerstörten Pflanzen seien dann mit dem Wasser in Gräben und Bächen gelandet. Eine schwarze, sauerstoffarme Brühe habe sich wie eine Fahne auf dem Wasser in Richtung der Weser bewegt, so der Landkreis.

Abstimmung mit Nachbarn

Da es aber nicht nur eine Ursache des Fischsterbens gebe, werde der Landkreis Wesermarsch kurzfristig mit den betroffenen Gemeinden und dem Entwässerungsverband die möglichen Ursachen diskutieren und in eine gemeinsame Abstimmung zu Konsequenzen einsteigen. Außerdem werde eine Abstimmung mit den Nachbarlandkreisen stattfinden, so könne gezielte Ursachenforschung betrieben werden und mögliche Maßnahmen zur Milderung dieser Folgen des Klimawandels könnten gemeinschaftlich entwickelt werden.

Christian Quapp
Christian Quapp Team Nord (Leitung)
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