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Förderpreis in Oldenburg verliehen Auswanderung aus dem Nordwesten nach Kanada erforscht

Oldenburg/Vechta - Einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung der Auswanderungsgeschichte des Oldenburger Landes habe Linus Lanfermann-Baumann mit seiner Bachelorarbeit geleistet. Das betonte der Präsident der Oldenburgischen Landschaft, Prof. Dr. Uwe Meiners, bei der Verleihung des Studierenden-Förderpreises „Forschung Regional“. Dieser wurde am Dienstag im Landesarchiv in Oldenburg übergeben.

Großonkel ausgewandert

Lanfermann-Baumann gab dabei einen kurzen Einblick in seine Bachelorarbeit mit dem Titel „Auswanderung aus dem Freistaat Oldenburg nach Kanada während der Weimarer Republik“. „Ausgangspunkt für die Forschung war mein Großonkel Theodor Lanfermann, der 1928 nach Kanada ausgewandert ist“, berichtete Lanfermann-Baumann, der in Vechta geboren wurde und dort lebt. Er wollte die Gründe seines Großonkels besser verstehen. Die Bachelorarbeit ist jedoch keine individuelle Familiengeschichte – sein Großonkel war der Anlass, genauer hinzuschauen.

Der Förderpreis

„Forschung Regional“: Der Studierenden-Förderpreis der Oldenburgischen Landschaft wird seit 2015 verliehen und ist mit 500 Euro dotiert. Bewerben können sich alle Studierenden, die sich in ihrer Abschlussarbeit mit einem Thema befasst haben, das einen Bezug zum Oldenburger Land aufweist.

Linus Lanfermann-Baumann ist durch eine Zeitungsanzeige in der Nordwest-Zeitung auf den Preis aufmerksam geworden.

Eine Fachjury der Landschaft entscheidet, wer den Preis bekommt.

Mit der Forschung begab sich Lanfermann-Baumann auf einen bisher wenig erforschten Aspekt der Auswanderung: „Wir wissen alle von der breiten Auswanderungswelle im 19. Jahrhundert, aber dass es auch eine zweite Welle nach Kanada in der 1920er Jahren gab, habe ich nicht gewusst“, sagte Meiners.

Verwaltungsakten und Zeitungen ausgewertet

Lanfermann-Baumann sichtete Verwaltungsakten aus Archiven sowie Zeitungen aus der Zeit und ergänzte sie mit bestehender Literatur und wenigen persönlichen Unterlagen. „Mit den Hafenstatistiken konnte ich feststellen, dass etwas über 8000 Auswanderer in der Zeit der Weimarer Republik aus dem Freistaat Oldenburg kamen. Davon gingen gut 70 Prozent in die USA, dann folgte Brasilien, und dann Kanada mit 7 Prozent.“

Interessant waren auch die rechtlichen Bedingungen: „In der Weimarer Verfassung war das Recht zur Auswanderung festgeschrieben. Dies hielt den Staat aber nicht davon ab, skeptisch damit umzugehen“, sagt Lanfermann-Baumann. Im Jahr 1928, dem Hochpunkt der Auswanderung vom früheren Amt Cloppenburg nach Kanada, kam sogar ein Regierungsrat aus Berlin nach Oldenburg und anschließend nach Cloppenburg, um nach Gründen für die Auswanderung zu suchen und Gegenmaßnahmen zu überlegen.

Fünf Erklärungen

Lanfermann-Baumann hat fünf Erklärungsansätze für die Auswanderung nach Kanada: Eine tradierte Strategie, die aus dem 19. Jahrhundert bekannt ist; die Agrarkrise; eine Studienreise von Clemens Stienke, der anschließend bei öffentlichen Vorträgen berichtete; Werbung durch Reedereien und in Zeitungen und die Kettenwanderung in die deutsch-katholische Peterskolonie, die Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet wurde.


Die Gutachter betonen, dass die Arbeit sogar über den Umfang einer Bachelorarbeit hinausgehe. Meiners regte eine Veröffentlichung in größerem Rahmen an.

Nils Coordes
Nils Coordes Online-Redaktion
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