GANDERKESEE/HUDE/OLDENBURG - Es besteht noch erheblicher Aufklärungsbedarf. Der 51 Jahre alte mutmaßliche Täter sitzt seit dem vergangenen Freitag in Oldenburg in Untersuchungshaft.
Von Hergen Schelling
GANDERKESEE/ HUDE/ OLDENBURG - Aufatmen in Ganderkesee und Hude: Der Gas-Attentäter, der in den beiden Gemeinden des Landkreises Oldenburg in den vergangenen Monaten für Unbehagen gesorgt hatte, scheint gefasst. Erleichterung auch bei Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas: Jetzt können wir wieder ruhig schlafen.Der 51-jährige Helmut K. sitzt seit Freitag in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg unter dringendem Tatverdacht in Haft. Laut Staatsanwältin Frauke Wilken stammt er aus Lemwerder (Kreis Wesermarsch). Nach Informationen der NWZ lebte er mit seiner Familie unmittelbar an der Kreis- und Gemeindegrenze, sein Lebensalltag war stark zur Gemeinde Ganderkesee und deren Ortsteil Neuenlande ausgerichtet. Der durch eine DNA-Spur auf einer der Gasflaschen überführte Verdächtige ist wegen Eigentumsdelikten vorbestraft.
Festgenommen wurde er in Rotenburg/Wümme. Warum das Mobile Einsatzkommando der Polizeidirektion Oldenburg gerade dort zugriff, blieb gestern ebenso unbeantwortet wie das Motiv und weitere Hintergründe der mysteriösen Gasanschläge auch weil der Verdächtige zu den Vorwürfen schweigt. So darf weiter spekuliert werden, was ihn dazu getrieben haben mag, nachts Gas aus Flaschen mit Schläuchen in drei Ganderkeseer Wohnhäuser zu leiten. Dass bei diesen Taten im Spätsommer 2006 niemand zu Schaden kam, ist auf die Aufmerksamkeit der Bewohner zurückzuführen, die das Gas rechtzeitig rochen. Der vierte Fall ereignete sich in der Nacht zum 10. Januar in Hude hier blieb es beim Versuch.
Eine solche Anschlagsserie sei in Deutschland noch nicht vorgekommen, sagten Polizeioberrat Thomas Weber, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land, und Kriminalhauptkommissar Udo Geschonke, Chef der ermittelnden Einsatzgruppe Ganter. Beide gehen fest davon aus, dass die vier Taten zusammengehören. Ob möglicherweise weitere Verbrechen unter anderem zwei Brandstiftungen mit den Fällen in Verbindung stehen, wird nun untersucht.
