GARREL/BERLIN - Die Vorwürfe gegen das Unternehmen Heidemark aus Garrel (Kreis Cloppenburg), bei denen es um verdorbenes Putenfleisch aus Polen ging, sollen ein politisches Nachspiel haben. Der Bundestagsabgeordnete Franz-Josef Holzenkamp (CDU, Emstek) kündigte an, den NDR-Intendanten Jobst Plog über das Vorgehen der „Panorama“-Journalisten zu informieren, die ohne gesicherte Informationen mit dem Schicksal des Unternehmens jongliert hätten. Diese Vorgehensweise sei nicht akzeptabel.

Zu verantwortlichem Handeln hat unterdessen der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Gerd Müller, alle Beteiligten aufgerufen. Im Agrarausschuss des Bundestages bezeichnete Müller am Mittwoch die Vorwürfe der ehemaligen Heidemark-Mitarbeiter als entkräftet.

Das Bundesverbraucherministerium stellt derweil seine Pläne für einen besseren Informantenschutz in Frage. Und die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten prüft, juristisch Schritte gegen Heidemark, weil das Unternehmen zunächst die Vorwürfe als „Machenschaften“ der Gewerkschaft bezeichnet hatte.

„Wenn ehemalige Mitarbeiter Heidemark anschwärzen, ohne dass da etwas geschehen ist, dann ist das Projekt für uns politisch fraglich“, sagte die Parlamentarische Verbraucherstaatssekretärin Ursula Heinen (CDU) am Mittwoch in Berlin. Geplant war, Tippgeber vor Entlassung zu schützen.

Nach Vorwürfen von Ex-Mitarbeitern hatten amtliche Proben nach Angaben der Staatsanwaltschaft Oldenburg ergeben, dass das beschlagnahmte Geflügelfleisch von Heidemark mikrobiologisch einwandfrei war.