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Fleischbranche Im Nordwesten Roboter als Ersatz für Werkvertragsarbeiter

Hermann Gerdes

Garrel - 2021 soll es in den Schlachtereien nur noch Direktbeschäftigte und im Kernbereich kein Fremdpersonal mehr geben. Werden die per Werkvertrag eingesetzten, vor allem polnischen und rumänischen Beschäftigten dadurch in vielen Großschlachtereien durch Roboter ersetzt? In großen US-Schlachtbetrieben ist die Technisierung bereits fortgeschritten – Dr. Albert Hortmann-Scholten, Marktexperte der Landwirtschaftskammer in Oldenburg, rechnet auch für die hiesige Schlachtbranche mit Automatisierungslösungen.

Probleme mit Sicherheit und Personal wurden durch die Coronavirus-Pandemie verstärkt. In den USA sackte der Schweinepreis ins Bodenlose – bis auf 0,54 Euro/kg – und Arbeitskräfte standen, weil 17.000 Arbeitnehmer infiziert waren, nicht mehr zur Verfügung.

Firmen in der Region

Die Böseler Goldschmaus GmbH (Garrel, Kreis Cloppenburg) hatte sich schon vor Jahren eine automatische Hälften-Säge aus den USA geliehen – und zurückgeschickt. „Schweine sind Naturprodukte und sehr unterschiedlich“, meint Geschäftsführer Daniel Runden. „Zwei Prozent Ausschuss“ waren zu viel. Aber er kann sich durchaus Roboter beim Schlachten, weniger beim Zerlegen vorstellen.

Und wer einen Gang durch die Hähnchenschlachtereien Rothkötter (Haren, Emsland) oder Wiesenhof (Lohne, Kreis Vechta) macht, sieht schon jetzt vor lauter technischen Geräten kaum noch Menschen. Fast alles läuft automatisch – 15.000 Masthähnchen pro Stunde und Band schlachtet Rothkötter.

Riesige Konzerne beherrschen in den USA den Markt. Die Firma Tyson Foods schlachtet in 54 Hähnchenschlachtereien 42,4 Millionen Hähnchen, in 13 Rinderschlachthöfen 171.000 Rinder und in sechs Schweineschlachtereien 350.000 Schweine – pro Woche. Im August 2019 eröffnete Tyson ein „Manufacturing Automation Center“, hat insgesamt 500 Millionen US-Dollar in Automatisierung und Technologie investiert.


Die Zukunft

„Die Personalbeschaffung ist künftig ein entscheidender Wettbewerbsfaktor“, meint Dr. Hortmann-Scholten. In naher Zukunft werde eine Technisierungswelle über die Schlachtbranche hinwegfegen, da die Anforderungen an Hygiene und Qualität bei der Verarbeitung von Lebensmitteln wie Fleisch zunehmen. Dr. Hortmann-Scholten: „Ein Ausweg aus dem Dilemma sind Automatisierungslösungen.“ Das Portionieren und Einlegen von Fleischprodukten in die Verpackungen erfordere Hightech-Lösungen. „Roboter sind auf dem Vormarsch“, meint der Experte. Eines sei sicher: das Wachstum der Discounter und Supermärkte werde zu einer steigenden Nachfrage nach abgepackten Fleisch- und Convenience-Produkten führen. Wegen der ständig erhöhten Auflagen und umfangreichen Hygieneanforderungen haben viele dörfliche Schlachtereien einst aufgegeben.

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