Cloppenburg - Am Kreisel an der Friesoyther Straße in Cloppenburg soll ein neues Hotel gebaut werden. Ein Investor habe bereits eine entsprechende Bauvoranfrage gestellt, erklärte der städtische Planungsamtsleiter Björn Drebbermüller am Mittwochabend während der Planungsausschuss-Sitzung.

Kritik kam von der Interessengemeinschaft Inselviertel. Im Falle eines Flachdachs dürfe das geplante Hotel bis zu 14 Meter hoch sein, komme ein Spitzdach, lägen die maximal zulässigen Trauf- und Firsthöhen bei zwölf beziehungsweise 16 Metern, so IG-Sprecher Dr. Ludger Heuer während der Sitzung. Dieses „gewaltige Haus“ bedeute für die umliegenden Einfamilienhäuser eine gewaltige Beeinträchtigung. Es nehme jede Sicht, vom Hotel könne in die Gärten geschaut werden, außerdem gehe von dem Baukörper eine massive Beschattung aus.

Planungsamtsleiter Drebbermüller sagte, dass es bereits konkrete Pläne gebe, die Stadt die Bedenken der Anwohner sehr ernst nehme und diese an den Investor bereits weitergeleitet habe. Ansonsten halte die Stadt das Hotel für sehr geeignet, um mit diesem ersten Schritt den Bereich am Kreisel städtebaulich weiterzuentwickeln.

Für das Hotel weicht das Autohaus am Stadion, hier präsentiert die Südbeck-Gruppe schon seit Jahren einen Teil ihres Gebrauchtwagen-Angebots. Geschäftsführer Andreas Raker hatte bereits Mitte August angekündigt, dass sein Unternehmen den Standort aufgeben werde und seine Aktivitäten mit der Anmietung von zwei Gebäuden und einem Neubau am Standort Daimlerstraße konzentriere.

Das Grundstück am Kreisel gehört im Übrigen zum Siedlungsgebiet „Aslage II“, das im Wesentlichen aus dem Inselviertel besteht. Am Mittwoch hat der Planungsausschuss mit einer jeweils einstimmigen Beschlussempfehlung zu einer Flächennutzungsplanänderung und einem neuen Bebauungsplan einen Schlussstrich unter einen jahrelangen Streit zwischen Investoren und Altanliegern gezogen. Mit den neuen Regelungen soll eine maßvolle Verdichtung erfolgen, die einerseits den Bau von Mehrfamilienhäusern in bestimmten Bereichen erlaubt, andererseits aber auch die gewachsene Einfamilienhausstruktur schützt.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland