GÖDENS - Eine beachtliche Leistung: Jede der 120 Kühe in der Herde von Margret und Jacob Gerdes aus Sande-Gödens liefert im Jahr mehr als 11 000 Liter Milch. Wer aber zu den besten Milcherzeugern aus Niedersachsen gehören will, muss schon ein wenig mehr vorweisen können als 'nur' eine gute Liter-Leistung. Das machte gestern Morgen Herbert Heyen, Vorsitzender der Landesvereinigung der Milchwirtschaft, deutlich, als er das Hofschild für den Milchlandpreis 2012 übergab.

Der Hof Gerdes sei ein Vorzeigebetrieb. Bei der Beurteilung gehe es um Nachhaltigkeit und Management, so Heyen. Dabei spielen Tierhaltung und -gesundheit, Herdenmanagement mit Fütterung, aber auch die betriebswirtschaftliche Gesundheit eine wesentliche Rolle. Völlig klar sei: Eine Milchleistung, wie sie die Kühe vom Hof Gerdes bringen, gebe es nur bei Tieren, die sich wohlfühlten. 'Der Milchland-Preis steht als Markenzeichen für den Management-Erfolg landwirtschaftlicher Betriebe und für Nachhaltigkeit in der Milcherzeugung', so Heyen.

Dass es Jacob Gerdes um das Wohl des einzelnen Tieres geht, wurde ihm gestern von vielen Seiten bestätigt. Er sei dafür bekannt, dass ihm seine Tiere wichtiger seien als das Finanzielle. Letzteres dürfe man aber auch nicht ganz außer Acht lassen, der Hof müsse ja gesund bleiben, sagte Gerdes, der rund 90 Hektar Grünland hat und zudem vier Hektar Mais als Beifutter anbaut. Seine Herde mit 120 Stück Milchvieh wird durch 115 weibliche Nachzuchttiere ergänzt. Seit 33 Jahren ist der Hof, eine Landstelle, die Graf von Wedel gehört, in Familienregie. Auch Jacob Gerdes’ Mutter Etta (80) hilft noch auf dem Hof mit, kommt jeden Morgen zum Melken und ist tagsüber im Haus beschäftigt, während Margret Gerdes aushäusig ihrem Beruf nachgeht. Großen Anteil am Erfolg hätten aber auch seine Mitarbeiter Fabian Bleckmann und Karl Bargen, sagte Gerdes. Mit dem Preis wurden unter weit mehr als 60 Bewerbern die Top-20 ausgezeichnet. Glückwünsche gab es auch von Bürgermeister Josef Wesselmann und vom Kreislandwirt Hartmut Seetzen.