GöTTINGEN/MAGDEBURG - Was sie in den Wohnungen von mehreren Angehörigen rechtsextremer Kameradschaften in Südniedersachsen zutage förderten, brachte Polizei und Staatsanwaltschaft ins Grübeln: Eine Maschinenpistole mit 400 Schuss Munition, ein Präzisionsgewehr mit Zielfernrohr und Schalldämpfer, eine abgesägte Schrotflinte, dazu Handfeuerwaffen, Messer und Bajonette. Vergleichbare Waffen sind nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes (LKA) bei Rechtsextremisten in Niedersachsen bisher nicht gefunden worden.

Dass diese scharfe Waffen im Zweifel auch einsetzen, habe man am vergangenen Wochenende gesehen. Wie berichtet hatte ein 34-Jähriger mit einer Pumpgun auf den Betreiber einer Göttinger Nachtbar geschossen. Dieser Angriff hatte die Polizei zu den Durchsuchungen bei den fünf Neonazis veranlasst, bei denen sie auf das Waffen-Arsenal stießen. „Wir wissen zwar, dass die Rechten Waffen haben“, sagt der Göttinger Polizeipräsident Hans Wargel. Doch eine Maschinenpistole mit mehreren Hundert Schuss Munition sei „eine neue Qualität von Bewaffnung“ in der Region.

Göttingens Polizeipräsident hat nun eine 20-köpfige Sonderkommission eingesetzt, die das rechte Umfeld in Südniedersachsen aufhellen soll. Der Raum Südniedersachsen zählt nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes zu einem der Schwerpunkte der Rechtsextremen im Land.

Nun machen Neonazis weiter Schlagzeilen: Heimreisende Rechtsextremisten aus Niedersachsen und den Niederlanden haben am Sonnabend zwei Punks auf dem Magdeburger Hauptbahnhof angegriffen und verletzt. Die Gruppe von 25 jungen Extremisten kehrte von einer Neonazi-Demonstration in Berlin zurück.