GORLEBEN - Im Streit um den Standort Gorleben als mögliches Endlager für hoch radioaktive Abfälle haben am Wochenende in Niedersachsen Befürworter und Gegner des Projektes für neuen Zündstoff gesorgt. Während die Bürgermeister der betroffenen Kommunen die zügige Fortsetzung der Erkundung des Salzstocks forderten, kam es in Gorleben und Hitzacker zu Protesten von Atomkraftgegnern.

In Gorleben demonstrierten rund 100 Menschen in der Nacht zum Sonntag vor dem Erkundungsbergwerk. Gegen sechs Atomkraftgegner will die Polizei Strafverfahren wegen Sachbeschädigung einleiten. Der Protest richtet sich gegen das Vorhaben von Union und FDP, den Salzstock Gorleben nach einem Stopp weiter untersuchen zu lassen. In Hitzacker demonstrierten rund 450 Globalisierungskritiker und Atomkraftgegner gegen Kernkraft.

In den betroffenen Kommunen aber gibt es auch Unterstützung für das Projekt. Nach ihrem Willen soll die Erkundung sobald wie möglich fortgesetzt werden. „Die Untersuchung muss zu Ende geführt werden“, sagte der Bürgermeister der Samtgemeinde Gartow, Friedrich-Wilhelm Schröder. Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Gemeinde Gorleben, Herbert Krüger, habe er einen entsprechenden Brief an die Umweltpolitiker von Union und FDP geschickt.