Hannover - Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL führt in Niedersachsen und Bremen voraussichtlich zu großen Einschränkungen im Bahnverkehr. Rund zwei Drittel aller Zugverbindungen im Fernverkehr fallen am Mittwoch aus, sagte ein Sprecher der Bahn am Morgen. Im Regionalverkehr fielen rund 40 bis 50 Prozent aller Züge aus. Dennoch haben sich die Pendler offensichtlich auf den Streik eingestellt. Die Bahnkonkurrenten in Niedersachsen profitieren von dem Ausstand. An außerplanmäßigen Haltestellen nahmen sie Hunderte Pendler auf.
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Die GDL hat ihren Streik am Mittwoch auf den Personenverkehr der Deutschen Bahn ausgedehnt. Seit 2.00 Uhr gilt der Streikaufruf auch für die Lokführer von Fern- und Regionalzügen. Die Lokführer wollen nach einem Aufruf der Gewerkschaft GDL bis Donnerstagabend 21.00 Uhr bundesweit die Arbeit niederlegen. Zuvor hatte der GDL-Ausstand am Dienstagnachmittag bereits im Güterverkehr begonnen. Dort wird bis zum Freitag 9.00 Uhr gestreikt.
Die Deutsche Bahn hat einen Ersatzfahrplan für viele Strecken in Niedersachsen und Bremen eingerichtet. „Bis auf einen außerplanmäßigen Zugausfall, ist der Fahrplan stabil angelaufen“, sagte ein Sprecher. Im Internet können sich Reisende über diese Verbindungen informieren. Auch ein kostenloses Service-Telefon ist geschaltet. Am Hauptbahnhof Hannover und auch bei den Fernbussen war am Mittwochmorgen indes noch kaum etwas los.
„Ich bin genervt. Die S-Bahnen fahren nicht, und am Ende müssen wir alle mehr zahlen“, sagt Thomas Lütje in einem Zug der Bahnkonkurrenz. Doch viele Pendler haben sich offensichtlich bei der siebten Arbeitsniederlegung seit September auf den Streik eingestellt. Bahnangestellte machten auf dem Hauptbahnhof Hannover eine gewisse Routine bei den Reisenden aus.
Private Bahnanbieter sind vom Streik nicht direkt betroffen - ihre Züge fahren. Allerdings kann es durch den Ausstand bei der Deutschen Bahn auch hier zu Behinderungen etwa durch blockierte Gleise kommen. Metronom und Nordwestbahn hatten schon am Vortag angekündigt, ihre Verbindungen aufrechtzuerhalten und notfalls außerplanmäßige Stopps einzulegen.
Die GDL will mit dem Streik weiteren Druck auf die Deutsche Bahn machen. Sie hatte die Verhandlungen am vergangenen Freitag erneut für gescheitert erklärt. Als entscheidenden Punkt bezeichnete sie die Einstufung der Lokrangierführer im Tarifgefüge die Bahn. Die GDL verlangt außerdem fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.
