H - Russische Polizisten sollen auf Hannovers Straßen patrouillieren und auf kriminelle Spätaussiedler Eindruck machen – mit diesem Plan hat Polizeipräsident Hans-Dieter Klosa jüngst einen Sturm der Entrüstung losgetreten. Die Gesellschaft für bedrohte Völker zeigte Klosa wegen Volksverhetzung an. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jochen-Konrad Fromme klagte, Hannovers Polizeipräsident erweise der Integration Russlanddeutscher „einen Bärendienst“. Klosa indes bleibt unbeirrt: „Wenn man angegriffen wird, muss das nicht unbedingt bedeuten, dass man Verkehrtes gesagt hat.“
Auslöser für Klosas Äußerungen sind neue Zahlen zur Kriminalität von Spätaussiedlern. Bisher seien Russlanddeutsche in der Kriminalstatistik nicht durchgängig als solche erfasst worden. Seit Anfang des Jahres hat sich das landesweit geändert.
Die neue Methode lasse die „Delinquenz“ von Spätaussiedlern in einem ganz anderen Licht erscheinen, sagt Klosa. Im ersten Halbjahr 2007 habe der Anteil der Spätaussiedler an den Tatverdächtigen bei rund 6,5 Prozent gelegen. Auffällig sei der Anteil der Russlanddeutschen vor allem bei Raub, Körperverletzung, Diebstahl und beim Widerstand gegen Beamte. Wegen dieser neuen Erkenntnisse sieht sich Klosa zum Handeln veranlasst. Ein kleiner Baustein soll dabei der Einsatz russischer Polizisten aus Iwanowo in der niedersächsischen Landeshauptstadt sein.
