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NWZonline.de Region

Haftstrafe für Ex-Kirchenmusiker

13.04.2013

Oldenburg /Nordenham Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 14 Fällen und schweren Missbrauchs in vier Fällen hat das Landgericht Oldenburg am Freitag einen 47 Jahre alten ehemaligen nebenberuflichen Kirchenmusiker aus Nordenham zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt.

Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger hatte für zwei Jahre auf Bewährung und Auflage einer weiteren Therapie plädiert. Nach der Urteilsverkündung sprach der Anwalt von einem Traumergebnis und Riesenerfolg, schloss aber dennoch eine Revision vor dem Bundesgerichtshof nicht gänzlich aus.

Laut Anwalt wird der 47 Jahre alte Verwaltungsbeamte seinen Beamtenstatus und damit seine Bezüge und Pensionsansprüche verlieren, sobald das Landgerichtsurteil Rechtskraft erlangt.

Dem seit einigen Jahren von seiner Frau getrennt lebenden verheirateten Vater zweier Kinder hatte wegen des Missbrauchs von drei heute zwölf und 13 Jahre alten Jungen in der Zeit von Anfang 2011 bis Anfang 2012 anfangs eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren gedroht.

Der Angeklagte hatte bereits bei den Vernehmungen durch die Polizei im Frühjahr vergangenen Jahren seine Taten zugegeben. Mehr noch: Er hatte auch die vier schweren Fälle gestanden, die der Polizei noch nicht bekannt waren. Vor dem Landgericht hat er ein umfassendes Geständnis abgelegt. Das Gericht hat zwei weitere Gesichtspunkte als strafmindernd bewertet.

->  Mit dem Abschluss eines zivilrechtlichen Vergleichs mit den Eltern als Nebenkläger hat sich der Angeklagte am Freitag zur Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt 2500 Euro und dazu verpflichtet, für mögliche Folgeschäden der Kinder aufzukommen. Laut Anwalt kann der Angeklagte, der sich in Privatinsolvenz befindet, nicht mehr zahlen.

->  Das Gericht kann eine erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit in Verbindung mit der pädophilen Neigung des Angeklagten nicht ausschließen. Das ergaben eine erneute Befragung des psychologischen Sachverständigen und als glaubwürdig eingeschätzte Erläuterungen des Angeklagten. Daher schließt das Gericht verminderte Schuldfähigkeit nicht aus.

Die Anwältin der Eltern hält das Urteil für angemessen, weil es keine weiteren Erkenntnisse gebe. „Für meine Mandanten und ihre Kinder war wichtig, dass es zu einer Haftstrafe kommt.“

Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk äußerte sich zutiefst bestürzt über die teilweise in einem kirchlichen Raum begangenen Taten. Die Nordenhamer Pfarrerin Heike Boelmann sagt: „Auch nach einem Jahr ist für uns das Unfassbare nicht fassbar.“

Horst Lohe
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2206

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