HAMELN - Die SPD-Fraktion des niedersächsischen Landtags hat Ex-Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) im Fall der insolventen Unternehmensgruppe Cemag aus Hameln „einen besonders krassen Fall von Vetternwirtschaft“ vorgeworfen. In einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung forderte der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Gerd Will, die sofortige Vorlage des Cemag-Untersuchungsberichts. Hintergrund der Mitteilung ist ein Beitrag der Fernsehsendung „Monitor“ am Donnerstag über staatliche Subventionen für Cemag.

Laut „Monitor“ sollen in das Unternehmen eines Duz-Freundes von Hirche 18 Millionen Euro geflossen sein. Besonders die Reaktion und Haltung des Ex-Wirtschaftsministers, der in der Sendung mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, kritisiert die SPD. „Hirche stellt sich hin und erklärt, er könne sich an nichts erinnern. Hier muss Aufklärung betrieben werden“, so Will. Außerdem habe Hirche gesagt, dass zu dem Fall nur drittklassige Dokumente vorliegen würden und man ihm nichts beweisen könne.

Deshalb fordert die Fraktion die Veröffentlichung des Prüfberichts des Landesrechnungshofes zu der Unternehmensgruppe. Der von der SPD vor Monaten geäußerte Verdacht habe sich erhärtet, so Will. Die SPD erwartet, dass sich nun die Staatsanwaltschaft einschaltet.