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NWZonline.de Region

Vogeljagd im Wattenmeer im Kreuzfeuer der Kritik

31.08.2018

Hannover Die Neuverpachtung von Jagdbezirken auf den Ostfriesischen Inseln sorgt in der Landespolitik für Streit: Umweltminister Olaf Lies (SPD) fühlt sich von Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) übergangen. Auch Naturschutzverbände protestieren.

Räumlich trennt nur die Calenberger Straße in Hannover das Umwelt- vom Landwirtschaftsministerium. Doch inhaltlich liegen die Häuser mitunter weit auseinander. In einem unserer Zeitung vorliegenden Brief beschwert sich SPD-Umweltminister Olaf Lies bei CDU-Agrarministerin Barbara Otte-Kinast über mangelnde Absprachen. Dabei geht es um insgesamt elf Jagdpachtverträge für landeseigene Flächen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Diese werden in der Regel für neun Jahre geschlossen.

Zuständig für die Verpachtung ist das dem Landwirtschaftsministerium zugeordnete Domänenamt beim Amt für Regionalentwicklung in Oldenburg. Gerade hat das Amt auslaufende Verträge für die Inseln Norderney, Baltrum, Langeoog und Wangerooge auf Weisung aus Hannover neu genehmigt. Und dies anscheinend ohne Rücksprache mit der dem Umweltministerium zugeordneten Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven.

Die „neuen Jagdpachtverträge sind hier leider nicht bekannt“, klagt Lies. Und das, obwohl es zuvor eine intensive Abstimmung zwischen Nationalpark und Domänenverwaltung gegeben habe. Ziel: den Vogelschutz im Park zu verbessern. Ein Musterdokument sieht unter anderem ein Verbot der Waldschnepfenjagd und eine Einschränkung für den Einsatz von Jagdhunden und Falken vor.

Naturschützer sind entsetzt: Nabu, BUND, Mellumrat, WWF und andere Verbände bezeichnen die Neuverpachtung als „Skandal“ und Christian Meyer, naturschutzpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, erklärte am Donnerstag: „Die Jagd auf Zugvögel im Nationalpark Wattenmeer muss beendet werden. Unter Rot/Grün hatten Umwelt- und Landwirtschaftsministerium vereinbart, die bestehenden Jagdpachtverträge im Nationalpark nicht zu verlängern. Der Alleingang des Agrarministeriums gegen die Naturschutzziele im Welterbe Wattenmeer ist skandalös. Wir fordern Ministerpräsident Stephan Weil auf, die Streitereien zu beenden und die Vogeljagd mit seiner Richtlinienkompetenz zu stoppen.“

Klaus Wieschemeyer
Korrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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