• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region

Mais- und Sojaernte bedroht: Landwirte besorgt - Wo bleibt der Regen?

17.05.2022

Hannover Die seit Wochen in vielen Regionen ausbleibenden Niederschläge stellen die Landwirtschaft vielerorts vor Probleme. Die oberflächennahen Bodenschichten im Norden Deutschlands und am Rhein entlang seien auch wegen der jüngst sehr warmen Temperaturen derzeit trockener als im langjährigen Durchschnitt, sagt Andreas Brömser, Agrarmeteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach: „Im Westen und in der Nordosthälfte ist es deutlich trockener als üblich.“ Andererseits sei die Bodenfeuchte im Süden und Südosten relativ normal, im Alpenbereich sogar nasser als üblich. Im Norden habe es in den vergangenen drei bis vier Wochen relativ wenig geregnet.

Die Folgen: Vor allem Kulturen, die erst vor kurzem gesät wurden, leiden, weil sie noch keine Wurzeln ausbilden konnten, sagt Brömser. Das betreffe den Mais, die Zuckerrübe oder die Sojabohne. Der Blick auf die Bodenfeuchte-Karten des Deutschen Wetterdienst zeige, dass die Böden in einer Tiefe von etwa 30 Zentimeter auch im Norden noch relativ feucht seien. Bei den frisch gepflanzten Kulturen reiche die Wurzel noch nicht weit genug in den Boden. Sommergetreide, das im März gesät wurde, oder Winterraps und Wintergetreide, das bereits im vergangenen Herbst ausgebracht wurde, hätten bereits ein ausreichend langes Wurzelwerk, um an das Wasser im Boden zu kommen.

Nicht zuverlässig

Hinweise auf ein Dürrejahr: Wie sich das Wetter in den nächsten Wochen entwickelt, lässt sich seitens der Meteorologie nicht sagen, betont Brömser. Niederschlagsprognosen über siebe Tage hinaus seien nicht zuverlässig. Allerdings sei die Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten derzeit noch größer als in den Dürrejahren 2018 und 2019, sagt der Wetterexperte.

Lesen Sie auch:

Feuerwehren warnen vor Leichtsinnigkeit
Große Trockenheit aktuell - Waldbrandstufe 3 in Ammerland

Zusammenhang mit dem Klimawandel: Langfristig werden die Temperaturen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten steigen, sind sich Experten sicher. An der Niederschlagsmenge selber ändere sich nichts, sagt Experte Brömser. Aber es sehe danach aus, dass sich Starkregenniederschläge häufen und Trockenphasen länger andauern werden. Die Landwirtschaft werde sich auf diese veränderten Rahmenbedingungen einstellen müssen.

Konsequenzen für Landwirte: „Es geht darum, dass man intelligent mit dem Wasser umgeht“, sagt Naturschutz-Experte Volker Wachendörfer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Neben dem Einsatz moderner Bewässerungstechnologien werde auch versucht, Regenwasser in der Landschaft zu halten, indem etwa Entwässerungsgräben geschlossen werden. In diesem Zusammenhang sei auch der Schutz von Feuchtgebieten wichtig, sagt Wachendörfer. Bei der Bodenbearbeitung müsse darauf geachtet werden, so wenig Wasser wie möglich verdunsten zu lassen. Auch Erosionsschutz sei wichtig: Auf den Feldern sollte kein nackter Boden mehr sein, sondern Zwischenfrüchte. Auch Heckenstrukturen sollten das Wegwehen und Wegspülen des Bodens verhindern. Die Züchtung von trockenresistenterem Saatgut sei ein wichtiges Thema.

Negative Auswirkungen

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Wirtschafts-Newsletter der Nordwest Mediengruppe erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Lesen Sie auch:

Trockenheit in Ganderkesee
In den Wäldern wird’s langsam brandgefährlich

Aktuelle Situation: Wenn es nicht bald ausreichend regne, sei für die Regionen nördlich des Mains mit negativen Auswirkungen auf die Ernte zu rechnen, sagte jüngst der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, im Nachrichtensender ntv. Weitere Trockenheit hätte erhebliche Ernteeinbußen zur Folge. „Wir hoffen auf Regen in Bälde.“ Gleichwohl sei die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln noch bis zum ersten Quartal des kommenden Jahres gesichert.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.