Heppens - Ich weiß jetzt, wie ich mich aus einem Griff befreien kann, sagt Leslie Bretten. Die 15-Jährige ist eins von 14 Mädchen, das derzeit an einem Selbstbehauptungstraining für Mädchen teilnimmt. Wenn sie abends im Dunklen allein auf der Straße unterwegs ist, hat Lina Efken manchmal ein mulmiges Gefühl im Bauch. Deshalb macht auch die 16-Jährige bei dem Kurs mit. Die Mädchen üben gemeinsam Abwehrschläge. Dabei müssen sie auch laut schreien. Hau ab! oder Ich will das nicht!, brüllt Leslie.

Das kostet erst einmal Überwindung. Aber es wirkt, weiß Bianca Stutz. Die Polizeibeamtin gibt seit mehr als 15 Jahren Selbstbehauptungstrainings für Frauen. Die landesweiten Standards dafür hat sie selbst mit erarbeitet. Es ist wichtig, die Stimme einzusetzen und aufrecht und mit breiter Brust durch die Straßen zu gehen, erklärt sie. Deshalb lernen die Mädchen bei ihr und ihren beiden Kollegen Katja Reents und Olaf Janssen von der Polizei in Wilhelmshaven vor allem, selbstbewusst aufzutreten. Denn: Die Körpersprache verrät eine Menge.

Das hat auch Jenny Hebell schon gelernt. Die 13-Jährige weiß: Wenn ich kein Selbstbewusstsein zeige, dann denkt der Täter gleich, ,Mit der kann ich's ja machen!, sagt sie. Doch auch den Handballenschlag oder das Schlagen auf die Ohren lernen die Mädchen in dem Kurs.

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Kristin Hilbinger
Kristin Hilbinger Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt