HILDESHEIM - hildesheim/dpa Im Heros-Betrugsskandal sind zwei weitere frühere Spitzenkräfte wegen der Veruntreuung von Millionen zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die 39 und 61 Jahre alten ehemaligen Prokuristinnen hatten 2002 rund zwei Millionen Euro Kundengelder eingesteckt und geteilt. Das Geld war nach der Euro-Umstellung in einer Filiale in Heide in Holstein liegen geblieben und von niemandem vermisst worden. „Die Damen gerieten in Versuchung“ – und gaben ihr schließlich nach, stellte der Vorsitzende Richter im Landgericht Hildesheim am Freitag fest. Die Jüngere wurde zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, die Ältere zu drei Jahren.
Es war der zweite Prozess in Hildesheim gegen Ex-Führungskräfte beim Geldtransporteur Heros. Im Mai waren der Firmengründer Karl-Heinz Weis sowie drei Manager zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Ihnen wurde ein Schaden von 240 Millionen Euro angelastet.
Beide Frauen hatten im Prozess Geständnisse abgelegt. Tränenreich entschuldigten sie sich am Freitag dafür, das Geld genommen zu haben. Die 39-Jährige hatte auch zugegeben, das Schneeballsystem bei Heros gekannt und als Filialleiterin gedeckt zu haben. Die Frau wurde deswegen auch noch wegen Beihilfe zur Untreue in fünf Fällen und einem weiteren Untreue-Fall verurteilt.
Wer von den beiden die treibende Kraft bei der Veruntreuung gewesen war, konnte das Gericht nicht feststellen.
