HILDESHEIM - Der Ex-Chef des ehemals größten deutschen Geldtransportunternehmens Heros, Karl-Heinz Weis, hat Untreue-Vorwürfe am Dienstag vor Gericht abgestritten. Gemeinsam mit einem Bereichsleiter ist der 59-Jährige angeklagt, knapp 12,9 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt zu haben. „Ich habe kein Geld bekommen“, sagte er im Landgericht Hildesheim.
Er war bereits zu zehn Jahren Haft wegen Untreue und Bankrotts zum Nachteil der Heros-Kunden verurteilt worden. Auch der 50 Jahre alte Bereichsleiter hatte bestritten, selbst in die Heros-Kasse gegriffen zu haben.
Weis, der sich erstmals in diesem Prozess äußerte, berichtete zwar von einigen Treffen mit dem Angestellten auf einer Raststätte bei Hannover. Geld oder Schecks will er dort aber nicht erhalten haben.
Den Mitangeklagten belastete er dagegen schwer: Der 50-Jährige sei von Anfang an in die Geschäfte von Heros involviert gewesen und habe Bescheid gewusst, erklärte Weis. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um 38 Untreue-Fälle mit Summen zwischen jeweils 100 000 und 500 000 Euro. Das Geld sollen die beiden Angeklagten unter anderem für teuren Schmuck, wertvolle Uhren und Luxus-Autos ausgegeben haben.
