Hannover/Oldenburg - Das Hochwasser hat den Nordwesten über Wochen beschäftigt, nun entspannt sich die Lage deutlich. Die Pegelstände in Niedersachsen sollen voraussichtlich in der nächsten Woche unter die Meldestufen fallen, wie Berechnungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vom Freitag ergeben haben. Die Stadt Oldenburg hat am Freitag offiziell Entwarnung gegeben, die Deiche dürfen ab Samstag wieder betreten werden. Auch die Gemeinde Wardenburg hebt die Allgemeinverfügung zum Schutz vor Hochwasser und zum Schutz der Deiche auf. Der Landkreis Emsland fährt die Arbeit seines Einsatzstabes zurück.
Die wichtigsten Nachrichten zur Hochwasserlage hier in unserem Liveblog zum Nachlesen.
Freitag, 12. Januar
13.20 Uhr: Die akute Hochwasserwarnung in der Stadt Oldenburg ist aufgehoben – das teilt die Stadt am Freitagmittag mit. Der Katastrophenschutz-Stab bleibe dennoch über das Wochenende in Bereitschaft, um bei einer möglichen Verschärfung der Lage sofort reagieren zu können. Der Status des „außergewöhnlichen Ereignisses“ bleibe zunächst bestehen, teilt die Stadt weiter mit. Es sei aber davon auszugehen, dass auch dieser in Kürze aufgehoben werde. „Die Stadt Oldenburg sowie die Einsatzkräfte bedanken sich ausdrücklich bei allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis und das Vertrauen in die Arbeit des Katastrophenschutz-Stabs“, heißt es in der Mitteilung weiter.
12.20 Uhr: Aufgrund der sich entspannenden Hochwasserlage hebt die Stadt Oldenburg das Deichbetretungsverbot zu Samstag auf. Die Wetterprognosen und sinkende Pegelstände lassen zu, dass auch Bürgerinnen und Bürger die Deiche ab Samstag wieder betreten dürfen, teilt die Stadt mit. Die bisher geltende Allgemeinverfügung war am 26. Dezember 2023 in Kraft getreten und wurde zweimal verlängert. Dennoch waren in den vergangenen Wochen immer wieder „Deichtouristen“ unterwegs. Etwa 200 Verstöße wurden bisher aufgenommen, die jeweils mit 300 bis 400 Euro geahndet werden.
Auch die bestehende Überflugsverbotszone wird aufgehoben. Ab heute, Freitag, 12. Januar, dürfen somit ab 17 Uhr sämtliche Fluggeräte, inklusive Privatmaschinen und private Drohnen, wieder in den Oldenburger Himmel steigen, teilt die Stadt weiter mit.
11.10 Uhr: Die Pegelstände in Niedersachsen sollen voraussichtlich in der nächsten Woche unter die Meldestufen fallen. Das geht aus Berechnungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vom Freitag hervor. Momentan seien allerdings einige Wasserstände weiter über der höchsten Meldestufe. „Aktuell sind noch einige Pegel über den Meldestufen 3 – betroffen sind die Unterläufe von Aller und Leine“, heißt es in dem Bericht.
Donnerstag, 11. Januar
14.18 Uhr: Wie die Stadt Oldenburg mitteilt, entspannt sich die Lage in den Hochwassergebieten weiter. „Wetter- und Pegelprognosen an der Hunte und der Haaren machen weiter Hoffnung, dass sich die Hochwasserlage in der Stadt Oldenburg auch über das Wochenende zunehmend entspannen könnte“, heißt es in einer Mitteilung. Wenn der Trend weiter anhält, sinken die Pegel schneller als prognostiziert. Demnach sei mit einer Unterschreitung der kritischen Meldestufe 2 für den Pegel Huntlosen, der von großer Bedeutung für die Stadt Oldenburg sei, bereits im Laufe des heutigen Tages zu rechnen. Eine Analyse der Hunte-Deiche mittels Infrarotkameras aus der Luft habe gezeigt, dass diese weder zur Wasser- noch zur Landseite komplett durchweicht sind. Dennoch sei der Wasserdruck auf die Deiche gegeben. Deshalb werden die Deichläufer auch weiterhin im Einsatz sein, allerdings nicht mehr so engmaschig wie bisher. Der Katastrophenschutz-Stab der Stadt Oldenburg arbeitet in kleinerer Besetzung und wechselt am Wochenende in die Rufbereitschaft, um für den Fall der Fälle schnell agieren zu können.
Viele helfende Hände gab es unter anderem beim Bau der Sandsackbarriere in der Sandkruger Straße.
Sascha Stüber
13.18 Uhr: Viele Menschen nutzen „wilde“ Eisflächen im Hochwassergebiet im Landkreis Leer für Schlittschuhfahrten. Nachtschwärmer leuchten Felder mit Autoscheinwerfern aus. Die Feuerwehr mahnt, nur freigegebene Flächen zu nutzen.
12.35 Uhr: Welchen Gesamtschaden das Hochwasser in der Gemeinde Lilienthal nahe Bremen angerichtet hat, ist noch nicht absehbar. „Es gibt diverse Häuser, die massiven Schaden genommen haben“, sagte die Sprecherin der Gemeinde, Marilena Koch, am Donnerstag. In vielen Gebäuden sei die Inneneinrichtung beschädigt oder zerstört worden. Ob es Schäden an der Bausubstanz gibt, müssten Fachleute prüfen. In der Gemeinde mit rund 20 000 Einwohnerinnen und Einwohnern wird weiter Wasser abgepumpt. „Es sind immer noch sieben Häuser, die keinen Strom haben. Aber die Häuser sind beheizt“, berichtete Koch. Grund sind demnach große überflutete Gebiete und ein Stromverteiler, der wegen des Wassers noch nicht wieder in Betrieb ist. Sie sei optimistisch, dass der Strom in den kommenden Tagen auch dort wieder angestellt werden könne.
11.30 Uhr: Das Hochwasser in Niedersachsen geht weiter zurück. Nach einer Übersicht des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) liegen aber immer noch einige Pegelstände über der für Flüsse höchsten Meldestufe. „In den Unterläufen der Aller und Leine sind die Pegel noch über der Meldestufe 3“, schrieb die Behörde. „Es ist davon auszugehen, dass die bereits länger andauernde Abflusssituation mit deutlich erhöhten Wasserständen noch einige Tage andauern wird.“
Der Landesbetrieb rechnet damit, dass die Pegelstände in der kommenden Woche unter die Meldestufen fallen. Im Vergleich zu vergangener Woche ist der Wasserstand an vielen Mess-Stationen deutlich zurückgegangen. „Wir hatten eine absolute Ausnahmesituation in Niedersachsen“, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs. Durch den Wetterwechsel und relativ trockenes Wetter entspanne sich die Lage langsam. Noch gebe es gebietsweise erhöhte Wasserstände vor allem an den Unterläufen der Flüsse, aber auch dort sei die Entwicklung positiv. In manchen Gebieten Niedersachsens sind weiter viele Flächen überschwemmt. Temperaturen im Minusbereich haben teils zu großen Eisflächen auf Wiesen und Feldern geführt.
10.15 Uhr: Der Unterbau vieler Straßen im Nordwesten ist mit Wasser gesättigt, das sich bei niedrigen Temperaturen ausdehnt. Die Landesbehörde für Straßenbau kontrolliert regelmäßig, ob es zu Schäden kommt.
9.10 Uhr: Die starken Regenfälle über den Jahreswechsel brachten die Mitarbeiter der Sielacht Bockhorn-Friedeburg ins Schwitzen. Über neue Negativ-Rekorde und Pumpen an der Belastungsgrenze.
Dienstag
17.11 Uhr: Ein Bagger, der für Notfälle an der Hunte postiert worden ist, wäre im Fall der Fälle wohl nicht mehr zum Einsatz gekommen. Und das ist ziemlich dreisten Dieben zu verdanken.
17:00 Uhr: Neben den Einsatzkräften sind auf den Deichen im Stadtgebiet weiter zahlreiche Schaulustige unterwegs – trotz des Betretungsverbots. Die Stadt Oldenburg appelliert auf ihrer Homepage am Dienstag, 9. Januar 2024, noch einmal dringend an alle „Deichtouristen“, den Hochwasserschutz nicht zu behindern und die Deichflächen sowie die Zuwegungen nicht zu betreten. Auch wenn inzwischen eine Entspannung der Lage prognostiziert wird, sei der Wasserdruck auf die Deiche weiter hoch.
Seit Inkrafttreten des Betretungsverbots am 26. Dezember 2023 sind insgesamt 135 Verstöße aufgenommen worden, die mit jeweils 300 bis 400 Euro geahndet werden. Grundsätzlich sind Bußgelder von bis zu 5.000 Euro möglich. „Polizei und Ordnungsdienst werden die Deichflächen ab sofort wieder verstärkt kontrollieren. Auch wenn das schöne Wetter zum Deichspaziergang einladen mag: Die Lage ist weiter angespannt und die Hochwasserschutzmaßnahmen sollten nicht fahrlässig durch Spaziergängerinnen und Spaziergänger oder sogar Reiterinnen und Reiter gefährdet werden“, appelliert Stefan Thate, Leiter Einsatz im Katastrophenschutz-Stab der
15.38 Uhr: 2021 standen in Rastede ganze Straßen unter Wasser, im Winter 2023/24 bereitet der Regen hingegen nur vereinzelt Probleme in der Gemeinde. Woran das liegt und was seitdem verbessert wurde.
13:08 Uhr: Die durchweichten Deiche in Oldenburg bereiten der Stadt nach wie vor Sorgen. „Die Deiche müssen engmaschig kontrolliert werden“, sagte eine Sprecherin der Stadt am Montag. Auch wenn die Pegelstände derzeit leicht sinken, sei der Druck der Wassermassen enorm. Notfalls müsse der Deich an der Hunte gezielt mit einem Bagger geöffnet oder gesprengt werden.
Die Stadt bereitet sich nach eigenen Angaben weiter auf zwei Szenarien vor: Ein Bagger könnte eine Notfallöffnung in den Deich zum Ablaufen des Wassers in den Osternburger Kanal graben. Sollte der Deich allerdings durch das Wasser zu durchnässt und nicht mehr vom Bagger befahrbar sein, könnte eine gezielte Sprengung in dem Bereich durchgeführt werden. Alle Maßnahmen werden ständig mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und anderen zuständigen Behörden abgestimmt.
11:39 Uhr: Die Menschen in den Hochwassergebieten in Niedersachsen und Bremen können mit Blick auf die Wetterlage auf eine weitere Entspannung hoffen. „Es soll in den nächsten Tagen bis zum Wochenende trocken bleiben“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Montag. Erst dann folge voraussichtlich mit einem Wetterwechsel Regen, Schnee oder Schneeregen. Bis dahin wechseln sich Sonne und trüber Hochnebel ab.
Die Temperaturen bleiben vorerst frostig und verharren der Vorhersage zufolge mindestens bis Mittwoch unterhalb der Null-Grad-Marke. „Alles, was nass ist, bleibt gefroren“, sagte der Meteorologe.
In den Nächten zum Dienstag und Mittwoch wird für das östliche Niedersachsen strenger Frost mit bis zu minus zwölf Grad erwartet, sonst gibt es mäßigen Frost zwischen minus fünf und minus zehn Grad. Tagsüber sollen voraussichtlich erst am Mittwoch wieder an einigen Orten Plusgrade erreicht werden und der Dauerfrost enden.
Tausende Einsatzkräfte etwa des Technischen Hilfswerks (THW), von Feuerwehren und der Polizei seien weiterhin wegen des Hochwassers im Einsatz, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover. Aktuell gebe es aber keinen Bedarf an Unterstützung durch die Bundeswehr. „Wir haben genug eigene Kräfte.“
6.14 Uhr: Die „Wiegboldsburer Riede“, ein Kanal beim Großen Meer in der Gemeinde Südbrookmerland, ist über die Dämme getreten. Jochen Behrends, Brandschutzabschnittsleiter Nord des Landkreises Aurich, wurde durch die Einsatzleitung alarmiert, dass gefüllte Sandsäcke aus der Katastrophenschutzhalle dorthin geliefert werden müssen. Die Ortsfeuerwehren Krummhörn-Mitte und Hinte stellten jeweils einen Gerätewagen und Personal zur Verfügung. Des Weiteren organisierte die Ortsfeuerwehr Marienhafe einen Traktor mit Anhänger und alarmierte Personal zur Verladung und zum Befüllen von weiteren Sandsäcken. Insgesamt brachten die etwa 40 Helferinnen und Helfer aus den Gemeinden Brookmerland, Hinte sowie der Krummhörn innerhalb von zweieinhalb Stunden etwa 1100 Sandsäcke an die Einsatzstelle.
40 Einsatzkräfte brachten fast 1100 Sandsäcke zur Wiegboldsburer Riede
Jochen Behrends
40 Einsatzkräfte brachten fast 1100 Sandsäcke zur Wiegboldsburer Riede
Jochen BehrendsFrost und Schnee erwartet
In den Hochwassergebieten in Niedersachsen und Bremen wird es merklich kälter. Am Sonntag gab es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) örtlich leichten Schneefall und die Temperaturen sanken auf 0 bis minus 4 Grad. Inwieweit sich Frost positiv oder negativ auf die Deichstabilität auswirkt, lasse sich nicht pauschal feststellen, sagte NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer. Daher lautet ihr Rat: Die Lage an den Deichen müsse weiter genau beobachtet werden. Wenn bereits vor der Frostperiode relativ warmes Wasser am Deich gestanden habe, werde das Wasser dort nicht gefrieren, und es würden keine positiven Effekte eintreten. Sollte die Erdoberfläche des Deiches gefrieren, verhindere dies, dass weiterer Niederschlag eindringt. „Das wäre dann positiv zu werten.“
17.00 Uhr: „Die Deiche halten aktuell.“ Das hat Feuerwehrsprecher Tom Kramer am Sonntagnachmittag auf Nachfrage mitgeteilt, wie es um die Hochwasserlage in Sandkrug steht. „Da sind wir guter Dinge, dass das auch so weitergehen wird.“ Dennoch könne noch keine Entwarnung gegeben werden. Seit Tagen werden unterspülte Bereiche unter anderem mit Sandsäcken gesichert.
14.40 Uhr: Am Sonntag meldeten noch 23 von landesweit 97 Pegeln die höchste Meldestufe 3 - betroffen sind laut NLWKN weiterhin die Einzugsgebiete von Aller, Leine, Oker, Hase, Hunte und Weser. An den Flüssen Hunte und Hase stiegen die Wasserstände nach Regen vor dem Wochenende wieder an. Am Hunte-Pegel in Huntlosen im Landkreis Oldenburg sei der Hochwasserscheitel aber inzwischen erreicht, hieß es im Hochwasserlagebericht von Samstag. Für die Hunte und Hase rechnete die Behörde mit langsam sinkenden Pegelständen.
11.51 Uhr: Das Ministerium informiert: Von 97 Pegeln haben 23 immer noch die höchste Meldestufe erreicht oder überschritten. Tausende Helfer sind im Einsatz.
Samstag
15.57 Uhr: Die Pegelstände der Flüsse Ems und Hase im vom Hochwasser bedrohten Meppen im Emsland sind am Samstag etwa gleich geblieben oder nur etwas gestiegen. Die Lage sei damit weiterhin stabil, teilte die Stadt mit. Die Wettervorhersage für die kommenden Tage stimmt die Einsatzkräfte demnach vorsichtig positiv. Der Regen soll laut der Prognose nachlassen. „Sollte sich dies bewahrheiten, spielt uns das Wetter zwar in die Karten, Entwarnung können wir allerdings noch keine geben“, sagte der Erste Stadtrat Matthias Funke.
13.36 Uhr: Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte hat Anwohnerinnen und Anwohnern in dem vom Hochwasser betroffenen Ortsteilen Timmersloh und Borgfeld bei einem Besuch Hilfe zugesichert. „Dort, wo eine akute Notlage besteht, werden wir die Geschädigten nicht alleine lassen und ihnen mit einer Soforthilfe unter die Arme greifen“, sagte der SPD-Politiker in einem Statement. Wie genau diese aussehen soll, blieb zunächst offen. Für die Modalitäten stehe Bremen in einem engen Austausch mit Niedersachsen, sagte Bovenschulte.
Land unter in Borgfeld: Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte hat sich am Samstag ein Bild von den Überschwemmungsgebieten gemacht.
XOYO
Land unter in Borgfeld: Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte hat sich am Samstag ein Bild von den Überschwemmungsgebieten gemacht.
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Land unter in Borgfeld: Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte hat sich am Samstag ein Bild von den Überschwemmungsgebieten gemacht.
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Land unter in Borgfeld: Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte hat sich am Samstag ein Bild von den Überschwemmungsgebieten gemacht.
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Land unter in Borgfeld: Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte hat sich am Samstag ein Bild von den Überschwemmungsgebieten gemacht.
XOYO„Welche Hilfe darüber hinaus notwendig ist, wird sich zeigen, wenn das Wasser weg ist und die Schäden an Straßen, Gebäuden und landwirtschaftlichen Betrieben sichtbar sind“, sagte Bovenschulte weiter.
11.02 Uhr: Im Notfall ist eine Sprengung des Deichs in Oldenburg möglich.
10.34 Uhr: Die Lage in Niedersachsen und auch in Oldenburg ist laut Ministerium weiter angespannt, aber das Wetter bessert sich.
19.15 Uhr: Gefahr durch Überschwemmungen: Der Steingarten, Tuunpad und Teichgarten auf Wangerooge sind derzeit gesperrt. Die Gemeinde-Kurverwaltung warnt vor umstürzenden Bäumen und nicht sichtbaren Löchern.
18.30 Uhr: Der Scheitelpunkt des Hochwassers ist überschritten, die Gefahr ist aber nicht vorüber. Im Ernstfall könnte der Deich in Tungeln mit einem Bagger oder durch eine Sprengung geöffnet werden.
18.00 Uhr: Die Pegelstände der Flüsse in und um Oldenburg sind nach vor stark erhöht. Die Hochwasser-Lage wird nach Einschätzung des Oberbürgermeisters Jürgen Krogmann wohl noch wochenlang anhalten. Nach derzeitigen Prognosen gehe das Wasser alle zwei Tage um etwa fünf Zentimeter zurück, sagte der SPD-Politiker am Freitag. „Bis wir wirklich wieder auf dem Normalmaß sind, das wird eher Wochen als Tage dauern.“ Nach Angaben des THW waren am Freitag 130 Einsatzkräfte aktiv.
Sollte der Druck auf die Deiche zu hoch werden oder es zu einer Überschwemmung kommen, kann es in Abstimmung mit dem NLWKN und der Hunte-Wasseracht zu einer möglichen kontrollierten Deichöffnung zum Osternburger Kanal kommen, um den Abfluss des Wassers zu gewährleisten. Damit soll eine Entlastung der Flächen erreicht werden, die möglicherweise von Überschwemmungen betroffen wären. Dafür wurden zwei mögliche Szenarien vorbereitet: So befindet sich ein Bagger in 24/7-Bereitschaft, um eine möglicherweise notwendige Notöffnung vorzunehmen. Sollte es aufgrund von Deichaufweichungen für den Bagger zu gefährlich werden, könnte auch eine gezielte Deichsprengung in diesem Bereich vorgenommen werden. Die Stadt Oldenburg steht mit den entsprechenden Experten im Austausch und hat sich auf beide Möglichkeiten vorsorglich vorbereitet
17.17 Uhr: Oberbürgermeister Jürgen Krogmann spricht in einer spontanen Pressekonferenz über die Auswirkungen des Hochwassers.
16.40 Uhr: Die Regenmenge im Dezember soll in Niedersachsen nach Angaben der für den Hochwasserschutz zuständigen Behörde historisch gewesen sein. „Mit Niederschlagsmengen von im Mittel 155 Litern pro Quadratmeter zählt der Dezember 2023 zu einem der nassesten Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnung“, teilte der Landesbetrieb (NLWKN) am Freitag mit. Im Harz seien etwa in Braunlage sogar Mengen von über 385 Litern pro Quadratmeter erreicht worden. In der Prognose geht die Hochwasserschutz-Behörde davon aus, dass das Hochwasser noch eine Weile andauern wird. Auch bei günstiger Witterung werde sich die Lage in den kommenden Tagen nur langsam entspannen, hieß es am Freitag.
16.28 Uhr: Das Land Niedersachsen hat Soforthilfen für besonders vom Hochwasser betroffene Menschen in Aussicht gestellt. Für akute Notlagen könnten kurzfristig bis zu zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, teilte das Umweltministerium in Hannover am Freitag mit. „Die Landesregierung wird bei akuten Notfällen helfen und niemanden im Stich lassen, der oder die durch das Hochwasser in eine echte Notlage geraten ist“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in einer Mitteilung. Eine entsprechende Richtlinie für die Hilfen solle schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden. Das Finanzministerium habe Vorsorge getroffen, damit diese Hilfen schnell ausgezahlt werden könnten.
Mit der Soforthilfe sollen etwa Notlagen bei der Unterkunft oder zur Wiederbeschaffung von Hausrat schnell und unbürokratisch überbrückt werden. Weitere mittelfristige Hilfsbedarfe etwa für die kommunale Infrastruktur oder die Landwirtschaft werde die Landesregierung ebenfalls prüfen, hieß es. Dies könne aber erst erfolgen, wenn das Hochwassergeschehen vorbei sei und der Schaden realistisch abgeschätzt werden könne, teilte das Ministerium weiter mit. Umweltminister Christian Meyer (Grüne) sagte: „Zunächst ist alle Kraft darauf gerichtet, weitere Schäden durch das Hochwasser zu vermeiden und zu begrenzen. Das Land wird den betroffenen Menschen aber auch bei solch größeren Schäden im Rahmen seiner Möglichkeiten finanziell helfen.“
16.15 Uhr: Tipps wie Sandsäcke richtig befüllt werden gibt’s hier:
14.50 Uhr: Das Land Niedersachsen erleichtert die Freistellung von Landesbediensteten für den Einsatz in Hochwassergebieten. Dazu wurden Hinweise zur Gewährung von Arbeitsbefreiung oder Sonderurlaub bekannt gegeben, wie das Innenministerium in Hannover am Freitag mitteilte. Mit der weiteren Regelung sollen Beschäftigte des Landes dann bei Lohnfortzahlung beurlaubt werden können, wenn andere gesetzliche Freistellungsregelungen für sie nicht gelten und örtliche Einsatzstäbe angesichts der Hochwasserlage einen Bedarf für die freiwillige Mitarbeit angemeldet haben.
Außerdem will das Land seine Beschäftigten mit den Regelungen auch bei der Sicherung von Eigentum unterstützen, welches vom Hochwasser unmittelbar bedroht ist. Dazu kann Sonderurlaub und eine Arbeitsbefreiung von bis zu fünf Tagen gewährt werden.
14.30 Uhr: Städtische Sportplätze bleiben in Oldenburg bis 19. Januar gesperrt. Wegen der immer wieder anhaltenden Regenfälle bleiben die städtischen Sportplätze in Oldenburg gesperrt. Es gibt Ausnahmen und über das Marschwegstadion wird im Einzelfall entschieden.
13.00 Uhr: Die Pegelstände den Flüssen in Niedersachsen könnten in den kommenden Tagen laut Behördenangaben wieder sinken. Es könne aber noch mehrere Tage oder sogar durchaus noch eine Woche dauern, bis man unterhalb der kritischeren Wasserstände sei. Besonders betroffen seien weiterhin die Hunte rund um Oldenburg sowie die Hase rund um Meppen. Dort fließe die Hase in die Ems, die ebenfalls einen hohen Wasserstand habe. „Nach aktuellen Berechnungen ist aber davon auszugehen, dass die maximalen Wasserstände der vergangenen Tage nicht erreicht werden“, hieß es in einem NLWKN-Lagebericht vom Freitag zur Situation an den beiden Flüssen. Am Freitagmittag lagen zahlreiche Pegelstände weiterhin über der höchsten Meldestufe in Niedersachsen - neben Hase und Hunte auch an der Weser, Aller und Leine.
12. 19 Uhr: Die Bundeswehr bereitet sich auf einen Hochwassereinsatz in Niedersachsen vor. Dafür sollen Kräfte der 1. Panzerdivision in Bereitschaft versetzt werden, wie das Landeskommando am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Diese sollen im Raum Oldenburg, Verden und im Landkreis Celle stationiert werden. Wie viele Personen dort erwartet werden, war zunächst nicht bekannt. Ein konkreter Einsatz ist demnach noch nicht abzusehen. Landesbranddirektor Dieter Rohrberg sagte, das Land habe bislang kein Amtshilfeersuchen gestellt.
Wegen der angespannten Hochwasserlage im Bundesland sind Hubschrauber der Bundeswehr weiterhin in Bereitschaft, um Hilfe aus der Luft leisten zu können. Dabei geht es laut Landeskommando um insgesamt zehn Maschinen vom Heer, der Marine und Luftwaffe, die sich auf mehrere Standorte im Bundesland verteilen. Bislang kam kein Hubschrauber zum Einsatz. Sollte ein Einsatz notwendig sein, könnten die Hubschrauber beispielsweise bei Evakuierungen und dem Transport von schweren Sandsäcken unterstützen.
12.10 Uhr: Hohe Bußgelder beim Betreten der Deiche in Hochwassergebieten. Wer Deiche in den Hochwasserregionen Niedersachsens betritt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. „Bei Verstößen droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 5000 Euro“, teilte die Stadt Oldenburg mit. Dort gilt seit Freitag eine neue Allgemeinverfügung, die das Betreten der Deiche bis einschließlich 15. Januar verbietet.
Auch die Landkreise Verden und Osterholz verlangen von Schaulustigen künftig Geld, wenn sie verbotenerweise auf Deichen unterwegs sind. Die beiden Landkreise einigten sich nach eigenen Angaben auf ein Bußgeld in Höhe von 400 Euro. Wenn jemand noch mal auf dem Deich erwischt wird, fällt die Geldstrafe doppelt so hoch aus. Der Landkreis Ammerland und die Stadt Haren (Ems) im Landkreis Emsland wollen ebenfalls mit Bußgeldern konsequent gegen Hochwassertouristen auf den Deichen vorgehen. Die Polizei kündigte Kontrollen an.
12.00 Uhr: Schulbusse rollen ab Montag über neue Routen.
Die wegen der aktuellen Hochwasserlage seit Tagen gesperrte Huntebrücke im Zuge der Astruper Straße/Sandkruger Straße (K 235) zwischen den Orten Wardenburg und Sandkrug wird laut Krisenstab auch in der kommenden Woche noch nicht wieder befahrbar sein. Dies wirkt sich auch auf die am Montag wieder beginnenden Schülertransporte aus. Insbesondere die Integrierte Gesamtschule Am Everkamp in Wardenburg sowie die Waldschule Hatten seien hiervon betroffen, teilte die Kreisverwaltung am Freitag mit. Die Busse der Linien 282, 287 und 288 müssen teilweise auf einer Umleitungsstrecke fahren.
15.29 Uhr: Die Fußgänger- und Radwege an der Sandkruger Straße wurden gesperrt.
Die Fußgänger- und Radwege an der Sandkruger Straße wurden gesperrt.
Lorena Scheuffgen
Die Fußgänger- und Radwege an der Sandkruger Straße wurden gesperrt.
Lorena Scheuffgen14.58 Uhr: Die Stadt Oldenburg hat ein Spendenkonto für die Helferinnen und Helfer eingerichtet, die seit Tagen gegen das Hochwasser vorgehen. Für die Kräfte des Technisches Hilfswerkes, Deutschen Rotes Kreuz, der Freiwilligen Feuerwehren und Mitarbeitende des Katastrophenschutzstabs sowie weitere Unterstützerinnen und Unterstützer werden nun Spenden erbeten. „Seit Heiligabend, also seit nun gut 14 Tagen, sind die Einsatzkräfte in der Stadt Oldenburg auf Hochtouren damit beschäftigt, die angespannte Hochwasserlage in den Griff zu bekommen“, heißt es in einem Schreiben der Stadt. 230 Einsatzkräfte seien im Dauereinsatz, rund 700 stünden auf Abruf bereit. Wer unterstützen möchte, kann unter dem Stichwort „Hochwasser“ an das Konto des Deutschen Roten Kreuz Oldenburg spenden. (DRK Oldenburg, OLB, DE 78 2802 0050 1421 657604).
13.25 Uhr: Wie genau kommt es zu einem Deichbruch? Ein Erklärvideo:
