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NWZonline.de Region

Hunderttausend Tieren droht Tötung

17.12.2014

Barßel /Ahlhorn Der Anfangsverdacht hat sich bestätigt: In Harkebrügge in der Gemeinde Barßel im Landkreis Cloppenburg ist die gefährliche Vogelgrippe H5N8 bei einem Putenbestand ausgebrochen, wie das Laves (Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) am Dienstagmorgen mitteilte. Es handele es sich um den hochansteckenden Vogelgrippe-Subtyp, der im November in Mecklenburg-Vorpommern und den Niederlanden festgestellt wurde.

Betroffen ist ein Putenbestand mit 19 000 Tieren, die bereits getötet worden sind. Außerdem wurden am Dienstagabend weitere 11 500 Tiere in der Gemeinde Garrel getötet; es handelt sich um Tiere auf einem Hof, der mit dem Barßeler Betrieb in Kontakt stand: Einer der Mitarbeiter des Hofes in Harkebrügge ist auch in dem Maststall in Garrel gewesen.

Geprüft wird des Weiteren, ob im Umkreis von einem Kilometer rund um den Harkebrügger Hof alle Geflügel-Bestände getötet werden müssen. Damit wären weitere 90 000 Stück Geflügel betroffen. Die Tierseuchenkasse zahlt den Betroffenen eine Entschädigung.

Derzeit gilt ein 72-stündiges Transportverbot von Geflügel und Futtermittel in den Kreisen Cloppenburg, Ammerland und Leer. Experten ziehen „viele Proben“, so Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne), um mögliche weitere infizierte Geflügelbetriebe zu entdecken. „Nicht ausgeschlossen, dass wir die Maßnahmen ausweiten müssen.“

Völlig unklar ist der Übertragungsweg des Virus, der für Menschen ungefährlich ist. In beiden Fällen handelt es sich um konventionelle Ställe. Gänse in Freilandhaltung sind bisher nicht betroffen.

„Jetzt werden alle Maßnahmen durchgeführt“, sagte der Präsident des Landesamtes für Verbraucherschutz (Laves) in Oldenburg, Eberhard Haunhorst. Er kündigte an, dass ab sofort rund um die Uhr Proben untersucht würden. Innerhalb eines Tages habe man Ergebnisse.

In einem Drei-Kilometer-Sperrbezirk werden 230 000 Tiere gehalten. Außerdem wurde eine 10-Kilometer Beobachtungszone eingerichtet. „Ich mache mir natürlich große Sorgen, weil der Landkreis Cloppenburg eine Hochburg der Geflügelwirtschaft ist“, sagte Meyer.

Alleine im Kreis Cloppenburg werden knapp 13,5 Millionen Puten und Hühner gehalten. Niedersachsen ist mit rund 100 Millionen Stück Geflügel der wichtigste Produzent in Deutschland. Zuletzt waren nach einem Ausbruch einer milden Variante der Vogelgrippe in Niedersachsen 2008 rund 300 000 Tiere getötet worden. Schwerpunkt war der Landkreis Cloppenburg.

Der Ausbruch der Vogelgrippe in Niedersachsen trifft mit dem Unternehmen Heidemark einen der größten deutschen Anbieter von Geflügelprodukten. Die Lieferfähigkeit sei durch die Sperrung des betroffenen Putenzuchtbetriebs nicht beeinträchtigt, sagte ein Unternehmenssprecher. Mit über 500 landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen und ganz Deutschland verfüge Heidemark über ein großes Lieferantennetz.

„Wir müssen schneller handeln als das Virus“, sagte der Vorsitzende der Geflügelwirtschaft Niedersachsen, Friedrich-Otto Ripke. Alle Geflügelhalter seien nun aufgefordert, ihre Ställe hermetisch abzuriegeln, um selbst eine Übertragung etwa durch Mäuse auszuschließen. Auch private Geflügelhalter müssten jeden Fall von erkrankten Tieren den Behörden konsequent melden.