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Stichwahlen in drei Gemeinden entschieden
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Stichwahlen in drei Gemeinden entschieden

NWZonline.de Region

„Wir haben noch viel zu tun“

08.03.2019

Im Nordwesten Seit mehr als 13 Jahren wird Deutschland nun schon von einer Frau regiert. Angela Merkel gilt weltweit als einer der einflussreichsten Menschen – wozu also noch ein Internationaler Frauentag? Wir haben elf Frauen aus der Region gebeten, sich zu dem Thema zu äußern und die nachfolgenden drei Fragen zu beantworten:

1. Ist der Internationale Frauentag noch zeitgemäß?

2. Welche Ziele gilt es bei der Gleichberechtigung noch zu erreichen?

3. Ist die Quotierung dabei ein geeignetes Mittel?

Gitta Connemann, CDU-Abgeordnete aus Leer im Bundestag Foto: Archiv

Gitta Connemann, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Leer

1. Auf den 1. Blick: Nein. Frauen und Männer sind vor dem Gesetz gleich, wir haben eine Bundeskanzlerin. Aber Frauen verdienen noch immer weniger als Männer, Landrätinnen sind Mangelware. Deshalb: Ja – auch für den Blick über den Tellerrand hinaus. Es gibt immer noch Staaten, in denen Frauen unterdrückt werden.

2. Echte Gleichheit! Zum Beispiel gleiches Geld für gleiche Arbeit. Und in den Köpfen muss sich etwas ändern. Frauen stecken häufiger zurück – für die Familie, den Partner, den lieben Frieden. Wir müssen selbst für uns einstehen.

3. Klar ist: wir brauchen mehr Frauen – auch in der Politik. Von der Kommune bis zum Bund. Eine freiwillige Quote kann helfen. Mit einem Paritätsgesetz habe ich aber ein rechtliches Problem.

Lencke Steiner, FDP-Fraktionschefin in Bremen, Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Lencke Steiner, FDP-Fraktionschefin in Bremen

1. Ja auf jeden Fall! Wir leben zwar in einer modernen Welt und trotzdem haben wir die Gleichberechtigung noch lange nicht abgeschlossen .

2. Frauen sind in erster Linie noch immer für die Familie verantwortlich, daher ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf so wichtig: liebevolle und qualitative Kinderbetreuung jederzeit, flexible Arbeitszeitmodelle, Arbeitszeitkonten uvm. Aber auch wir Frauen dürfen ein besseres Selbstverständnis entwickeln und unser Können mehr nach vorne stellen.

3. Eine Quote überdeckt die existierenden Probleme und reduziert Frauen auf ihr Geschlecht. Frauen sollten faire Chancen durch richtige Rahmenbedingungen bekommen. Sie sollten motiviert werden, sich mehr zu trauen und Vorbilder zu kreieren.

Dorothee Jürgensen, DGB Oldenburg und Ostfriesland Foto: Archiv

Dorothee Jürgensen, DGB Oldenburg und Ostfriesland

1. Der Kampf um Frauenrechte ist noch immer notwendig. Es gibt noch eine Menge Themen, die bewegt werden müssen, z.B. die Abschaffung der ungleichen Bezahlung, die Altersarmut, die vor allem Frauen betrifft, die Gewalt gegen Frauen und vieles mehr.

2. Allgemein… die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für Frauen über alle Lebenslagen hinweg und dies weltweit. Frauen haben ein Recht auf gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt und in der Politik, eben in allen Bereichen.

3. Von allein bewegt sich nichts. Freiwillige Selbstverpflichtungen haben den Frauenanteil z.B. in Führungspositionen nicht verbessert, obwohl Frauen häufig bessere Abschlüsse erreichen. Deshalb ist eine Quote notwendig

Eske Nannen, Vorsitzende des Aufsichtsrates der Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo Foto: Archiv

Eske Nannen,Geschäftsführerin der Kunsthalle Emden

1. Grundsätzlich ja! – Dabei ist es mir wichtig, stärker auf die Chancen und Möglichkeiten für junge Frauen

in Beruf, Familie und sozialem Engagement einzugehen. Kreativität und Selbstständigkeit junger wie älterer Frauen gilt es zu fördern und zu nutzen. Aber auch die Altersarmut älterer Frauen ist näher zu beleuchten

2. In unserem Denken müssen wir uns noch mehr vom althergebrachten schwarz/weiß lösen. Offenheit gegenüber anderen Menschen und Flexibilität in der Sache führen zu neuen Wegen, die Männer und Frauen gleichberechtigt gehen sollten.

3. Eine Quote scheint mir nicht der zukunftsweisende Weg zu sein. Für die vielen drängenden Aufgaben brauchen wir die Besten, gleich ob Mann oder Frau.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende in Niedersachsen, Johanne Modder Foto: Archiv

Johanne Modder, Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag

1. Wir Frauen sind von einer vollständigen Gleichberechtigung noch weit entfernt. Es gibt Länder, in denen das Frauenwahlrecht erschwert oder vorenthalten wird. Darum ist ein Tag, der die Aufmerksamkeit international auf dieses gesellschaftliche Problem lenkt, leider immer noch nötig.

2. Ganz vorn steht natürlich die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit. Eine neue Untersuchung hat gezeigt, dass sich an den alten Rollenverteilungen in der Gesellschaft weniger geändert hat, als wir bislang dachten – also: Wir haben noch viel zu tun.

3. Ich habe keine Lust, weitere zig Jahre darauf zu warten, das sich eventuell auf freiwilliger Basis etwas zugunsten der Frauen entwickelt. Wir brauchen gesetzliche Regelungen.

Fee Schönwald, Bloggerin aus Oldenburg Foto: Privat

Fee Schönwald, Bloggerin aus Oldenburg

1. Als ein weiterer Tag, an dem Frauen Schnittblumen auf den Schreibtisch gestellt werden – Nein. Als ein Tag, an dem wir über geschlechtliche Gleichstellung und Frauenrechte sprechen - Unbedingt!

2. Frauen müssen privat, beruflich und politisch die gleichen Chancen erhalten wie Männer. Unter anderem durch Stereotype und eingefahrene Denkmuster werden sie aktuell jedoch in fast allen Lebensbereichen in ihrem Erfolg ausgebremst .

3. Ich kann die Kritik an einer Quote durchaus nachvollziehen. Dennoch ist sie ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die systematische Benachteiligung von Frauen auszugleichen. Doch natürlich sollte sie nur eine Maßnahme von vielen sein.

Franziska Werner, Schauspielerin am Staatstheater Oldenburg Foto: Archiv

Franziska Werner, Schauspielerin am Staatstheater Oldenburg

1. Der Frauentag sollte, wie in Berlin, bundesweit Feiertag werden.

2. Gleiche Bezahlung, gleiche Behandlung, gleiches Zutrauen von Leistung und Wissen. Weniger weibliche Selbstoptimierung, mehr Mut zu realistischen Frauenkörpern. Weniger Anpassung, weniger Gefallenwollen, das wünsche ich mir von uns Frauen.

3. Sie ist kein angenehmes Mittel, aber ohne verändert sich seit Jahrzehnten zu wenig. Mehr Frauen in Führungspositionen könnten die festen Bilder in den Köpfen ankratzen, dass solche Jobs nur von Männern erledigt werden können. Und wenn diese Bilder sich endlich erledigt haben, braucht es keine Quote mehr. Dann wird Frauen das Gleiche zugetraut wie Männern.

Martina van de Gey, Künstlerin und BBK Vorsitzende Foto: Archiv

Martina van de Gey, Künstlerin und BBK Vorsitzende

1. Neben dem Weltpurzelbaumtag, dem Weltmehlbeuteltag und dem Weltdufttag darf man skeptisch sein, ob ein solcher Tag noch wirksam ist. Besser wäre es, die Leistungen aller Menschen wahrzunehmen und sie jeden Tag zu würdigen.

2. Welche Gleichberechtigung? Man sieht doch überall und besonders in der Politik, dass, egal wie gut eine Frau ist, immer noch über ihre Kleidung und ihre Frisur diskutiert wird. Das finde ich diskriminierend.

3. Frauen müssen oft besser sein als ihre männlichen Mitstreiter um zu bestehen, aber eine obligatorische Quote finde ich trotzdem peinlich. Allein die Qualität und das Können sollte als Kriterium gelten. Das Gute daran ist: Frauen sind oft besser!

Anne Kura aus Osnabrück, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Foto: Archiv

Anne Kura aus Osnabrück, Landesvorsitzende der Grünen

1. Selbstverständlich. Der Frauentag ist so lange zeitgemäß, solange Frauenrechte weiter missachtet werden und die Gleichstellung der Geschlechter noch nicht erreicht ist. Frauen sind überall auf der Welt benachteiligt oder diskriminiert.

2. Unter anderem: Die Hälfte der Macht für Frauen, gleiche Bezahlung, gerechte Verteilung von Sorgearbeit, das Selbstbestimmungsrecht von Frauen über ihren Körper (Paragraf 219a abschaffen!), besserer Schutz von Frauen vor Gewalt. Auch die Altersarmut von Frauen ist ein Problem. Und es gilt, die starren Geschlechterrollen zu überwinden.

3. Quoten haben einen entscheidenden Vorteil: sie funktionieren – freiwillige Vereinbarungen offensichtlich nicht.

Alice Gerken, Bürgermeisterin Gemeinde Ganderkesee Foto: Archiv

Alice Gerken, Bürgermeisterin Gemeinde Ganderkesee

1. Einerseits ist dieser Tag nur ein symbolischer Termin, um auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Andererseits ist er aber auch eine gute Gelegenheit, sich der weiterhin bestehenden Herausforderungen bewusst zu werden.

2. Es gibt weiterhin in vielen beruflichen Bereichen Unterschiede in der Bezahlung. Aber auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein großes Thema. Nicht nur für junge Frauen, sondern für alle Eltern.

3. Ich war früher immer gegen Quoten, weil ich der Ansicht bin, dass sich die besten und qualifiziertesten Köpfe durchsetzen sollen – unabhängig vom Geschlecht, aber 31 Prozent Frauen im Bundestag und noch viel weniger in den DAX-Vorständen sehe ich schon kritisch.

Marion Rövekamp, Vorständin Personal & Recht EWE AG Foto: EWE

Marion Rövekamp, Vorständin Personal & Recht EWE AG

1. Seit dem Start des Internationalen Frauentages ist schon viel erreicht worden. Dennoch gibt es weltweit noch dramatische Ungerechtigkeit und damit konkrete Ansatzpunkte, die Situation von Frauen zu verbessern.

2. Wir wollen und müssen es noch deutlich besser schaffen, das Thema Führung für Frauen attraktiv zu machen. Dazu gehört neben einem umfangreichen Angebot zur Vereinbarkeit von Beruf und individuellen Interessen auch, dass noch mehr Paare die Möglichkeit sehen und die Entscheidung treffen, sich gleichberechtigt um die Familie zu kümmern.

3. Frauenquoten sind ein Instrument und kein Ziel per se. Wenn man sich ambitionierte Ziele setzt, kann man mit der Frauenquote den Fortschritt messen.

Jörg Jung Redakteur / Regionalredaktion
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