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NWZonline.de Region

Fischsterben An Nordseeküste: Umweltschützer schalten Staatsanwaltschaft ein

30.06.2020

Im Nordwesten /Hannover /Husum /Hamburg Das Fischsterben an der Nordseeküste und in der Elbe hat nach Einschätzung der Schutzstation Wattenmeer wahrscheinlich unterschiedliche Gründe. Die in der vergangenen Woche tot im Fluss gefundenen Fische haben demnach sichtbare Verletzungen, die im Wattenmeer gefundenen toten Heringe nicht. Die mechanischen Verletzungen könnten durch Baggerarbeiten entstanden sein, sagte am Montag Katharina Weinberg, die für die Schutzstation den Bereich Naturschutz leitet.

Die an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein und Niedersachsen gestrandeten Fische waren nach ersten Erkenntnissen schlecht genährt. Die jungen, schwachen Tiere kamen demnach erstmals ins flache Wasser und verendeten dort. „Die Fische, die vital und gesund sind, werden nicht angeschwemmt“, erklärte Weinberg im schleswig-holsteinischen Husum. Ihr zufolge wurden bis Freitag Tausende tote Fische - überwiegend Heringe - im Wattenmeer gefunden. Seit Samstag gebe es keine Funde mehr.

Um die Todesursache der Fische zu klären, hat die Schutzstation Wattenmeer tote Heringe aufgesammelt und eingefroren. „Wir geben die gefrorenen Fische an die Uni nach Hamburg. Sie werden dort seziert, der Mageninhalt wird angeschaut“, sagte Weinberg. Ihr zufolge kommt eine Massenstrandung von Fischen ab und zu vor. Ähnliche Funde habe es an der deutschen Nordseeküste 2007 und 2015 gegeben. Da es in diesem Jahr besonders viele Heringe gibt, sei die Zahl derer, die sich verschwimmen, vergleichsweise hoch.

Die meisten der im Wattenmeer gefundenen Heringe seien zwischen sechs und acht Monaten alt gewesen. Für deren Bestand sieht Weinberg derzeit keine Gefahr. „Parallel zu den Totfunden sind große Mengen vitaler Heringe im Wattenmeer zu beobachten“, sagte Weinberg. „Der Bestand ist immer noch gut.“

Das Fischsterben wird inzwischen von verschiedenen Stellen und auf unterschiedliche Art untersucht. Nach Angaben des Umweltministeriums in Kiel wurden im Husumer Hafen und am Büsumer Hafen Proben von lebenden Fischen genommen, um sie auf verschiedene Parameter zu untersuchen. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte, aus Sicht des Artenschutzes sei das Fischsterben eine Tragödie. „Wir wissen aber noch nicht, was wirklich dahinter steckt.“ Demnach wurden Proben zum Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gegeben, um der Ursache auf die Spur zu kommen.

Umweltschützer haben wegen des Fischsterbens die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. BUND, Nabu und WWF stellten Strafanzeige gegen Unbekannt, wie der Nabu-Landesverband Hamburg in der vergangenen Woche auf seiner Homepage mitteilte. Demnach wurden am Elbufer zwischen Otterndorf und Cuxhaven Tausende tote Fische angespült, darunter junge Heringe, Stinte, Finten und Aale. Sogar Schweinswale und Störe seien dabei, hieß es. „In unmittelbarer Nähe dieses Elbabschnitts finden derzeit massive Baggerarbeiten für die Elbvertiefung und die geplanten Unterwasserablagerungsstätten Medemrinne Ost und Neufelder Sand statt.“ Doch auch der WWF blieb vorsichtig. „Natürlich sind von Menschen gemachte Ursachen denkbar, aber sie müssen es nicht sein. Das ist in diesem Stadium ganz schwer zu beurteilen“, erklärte WWF-Wattenmeer-Experte Hans-Ulrich Rösner.

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