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NWZonline.de Region

„Wir wollen die Autofahrer nicht ärgern“

10.02.2018
Frage: Herr Krogmann, hat die Stadt Oldenburg etwas gegen Diesel-Fahrer?
Krogmann: Nein, absolut nicht. Wir beschäftigen uns nicht mit der Umweltzone, um die Autofahrer zu ärgern. Wir müssen aber, um ein allgemeines Diesel-Fahrverbot abzuwenden, die Stickoxid-Belastung senken. Und dazu planen wir – als eine von mehreren Maßnahmen – die Einführung einer Grünen Umweltzone. Das könnte, wenn alle zustimmen, bis zum Jahresende passieren.
Frage: Was fahren Sie eigentlich privat für ein Auto? Einen Benziner oder einen Diesel?
Krogmann: Dienstlich fahre ich ein Hybrid-Fahrzeug, privat einen Diesel. Und da bin ich genau so betroffen wie alle anderen Diesel-Fahrer auch und frage mich, wie lange ich den hier in der Stadt noch benutzen darf. Ich habe volles Verständnis für alle Diesel-Fahrer, die sich jetzt betrogen fühlen.
Frage: Betrogen? Von wem?
Krogmann: In erster Linie von der Autoindustrie. Offenbar ist es ja so, dass die Fahrzeuge weit mehr Schadstoffe ausstoßen, als man es den Kunden gesagt hat. Und von Seiten der Bundesregierung hat es für die Diesel-Fahrer wenig Unterstützung gegeben. Denn letztlich, wenn ein Fahrzeug nicht die Emissionswerte erreicht, die angegeben sind, dann ist daran nicht der Kunde, die Kommune oder der Bürgermeister schuld. Bei uns wird dieses Problem jetzt aber abgeladen.

Wer dürfte nicht mehr in die Umweltzone?

Wird eine Grüne Umweltzone in der Stadt Oldenburg beschlossen, dürften einige Tausend Fahrzeuge nicht mehr in die Stadt.

Die genaue Anzahl der Fahrzeuge ist kaum zu bestimmen. Selbst eine tagesaktuelle Anfrage der Stadt Oldenburg beim zuständigen Kraftfahrt-Bundesamt konnte keine exakten Zahlen liefern. So ist etwa aus der Statistik nicht ohne Weiteres ersichtlich, welche Diesel-Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 3 einen Partikelfilter nachgerüstet haben – und somit in die Grüne Umweltzone hineinfahren dürften. Insgesamt muss jedoch von einer mittleren fünfstelligen Zahl an Fahrzeugen, die im Oldenburger Land zugelassen sind, ausgegangen werden, die nicht mehr in eine Grüne Umweltzone hineinfahren dürften.

Die Stadt wird Ausnahmeregelungen formulieren und in den Luftreinhalteplan aufnehmen. In diesem Zusammenhang will die Stadt dann klären, wie mit Fahrzeugen verfahren wird, deren Besitzer zwar innerhalb der Umweltzone leben, dort jedoch eigentlich nicht mehr fahren dürften. Das Gleiche gilt für Fahrzeuge von Handwerkern, die innerhalb der Umweltzone Aufträge erledigen.

Frage: Sie glauben also, dass die Schummel-Diesel eines der Hauptprobleme bei der hohen Stickoxid-Belastung in Oldenburg sind?
Krogmann: Zunächst mal haben wir mehrere weitere Messstationen in Oldenburg in Betrieb genommen. Davon versprechen wir uns einen noch genaueren Aufschluss über die Ursachen der Stickoxid-Belastung. Uns treibt die Frage um, wie viel Belastung etwa durch die Autobahn kommt, die ja mitten durch das Stadtgebiet führt. Zu den Schummel-Dieseln haben wir natürlich keine wissenschaftliche Untersuchung veranlasst. Wir können also nur vermuten. Aber wenn wir wissen, dass die Diesel-Fahrzeuge wesentlich mehr Schadstoffe ausstoßen als angegeben und ihre Werte nur auf dem Teststand erreichen, dann wird das schon einer der Gründe sein. Ja, ich sehe einen großen Teil der Verantwortung dieses Problems bei den Autoherstellern.
Frage: Was bringt die Einführung einer Grünen Umweltzone dann überhaupt?
Krogmann: Die Einführung einer Grünen Umweltzone bringt eine reelle Verbesserung der Stickoxid-Belastung um etwa 1 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Das ist nur ein Neuntel von dem, was wir erreichen müssen. Derzeit stehen wir bei 49 Mikrogramm. Gelingt uns das nämlich nicht, dann droht uns das allgemeine Diesel-Fahrverbot. Bisher sind es etwa 3000 der 85 000 in Oldenburg zugelassenen Fahrzeuge, die betroffen wären. Die Umweltzone ist aber nur ein Punkt in einem großen Maßnahmen-Paket.
Frage: Und was sieht dieses Paket für Oldenburg vor?
Krogmann: Wir wollen unsere gesamte städtische Fahrzeugflotte, dazu gehören auch die mehr als einhundert Fahrzeuge des Abfallwirtschaftsbetriebes, noch emissionsfreier gestalten und den Fahrradverkehr noch intensiver fördern. Zudem wollen wir bei den Bussen weiter auf Erdgasantrieb setzen und 20, statt bisher geplant zehn Busse pro Jahr mit einem modernen Euro-VI-Erdgasantrieb ausstatten. Das wird möglich durch ein Entgegenkommen des Landesverkehrsministers, der die Förderung von Elektro-Bussen auch für gasbetriebene Busse geöffnet hat. Es gibt aber auch konkrete Überlegungen, den morgendlichen Anlieferverkehr in der Fußgängerzone umweltfreundlicher zu strukturieren.
Frage: Wie stellen Sie sich das denn vor?
Krogmann: Es könnte zum Beispiel einen Treffpunkt, oder neudeutsch einen Hub am Rande der Innenstadt geben. Von dort aus könnten die Pakete mit weit weniger Fahrzeugen in die Fußgängerzone gefahren werden. Zudem wollen wir mit den Umlandkommunen über neue Park+Ride-Lösungen sprechen. Zugegeben, das sind jedoch eher Langlaufprojekte.

Hier plant Oldenburg die Grüne Umweltzone, NWZ-Artikel vom 24. Januar 2018

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