Im Nordwesten - Der regionale Holzmarkt ist nahezu leer gefegt: „Nachfrage und Angebot passen in diesem Jahr nicht zusammen“, fasst André Folkers vom Forstamt Weser-Ems der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zusammen. Folkers ist Förster und zugleich der Holzkoordinator für die rund 37 337 Hektar große Waldfläche, die das Forstamt Weser-Ems in den Landkreisen Cloppenburg, Vechta, Diepholz, Oldenburg, Ammerland, Wesermarsch, Friesland, Wittmund, Aurich und Leer bewirtschaftet.
Die Gründe liegen für ihn auf der Hand: „Die Unsicherheit in der Gasversorgung und steigende Gaspreise verunsichern die Bürger.“ Die Brennholznachfrage habe sich im Vergleich zu den Vorjahren nahezu verdoppelt. Wer jetzt noch abgetrocknetes Holz aus der Region über Händler beziehen will, braucht vor allem Ausdauer.
Das Erstaunliche: In den vergangenen sieben Jahren stagnierte der Brennholzverkauf. „Teilweise war er sogar leicht rückläufig“, weiß Folkers. Der Grund: die 2010 in Kraft getretene Novelle der Bundesimmissionsschutzverordnung. Mehr als 2 Millionen technisch veraltete Holzfeuerstätten mussten nachgerüstet oder stillgelegt werden – so mancher Besitzer entschied sich gegen den Weiterbetrieb, und damit sank gelegentlich die Brennholznachfrage.
Doch damit ist nun Schluss: Sowohl die Feuerholzhändler als auch die Kaminofenbranche erleben einen Boom. Wer einen Blick auf die Homepage vom Dötlinger Forstbetrieb Heinz-Hermann Wilke wirft, wird sofort gewarnt: „Wir sind ausverkauft. Bestellungen sind zurzeit nicht möglich, Wartelisten führen wir nicht!“
Ähnlich sieht es in den Ofenhäusern aus: „Die Nachfrage nach effizienten Öfen ist seit März kontinuierlich gestiegen. Wir werden in diesen Tagen nahezu überrannt“, sagt Björn Dauskardt vom Ofenhaus Colnrade in der Samtgemeinde Harpstedt. Dabei sei der Sommer üblicherweise nicht Hochsaison: „Das Ofenhaus gibt es seit über 40 Jahren, aber einen solchen Boom haben wir noch nie erlebt“, so Dauskardt. Wer in diesen Zeiten einen Ofen kaufen will, müsse inzwischen mit Lieferzeiten von bis zu neun Monaten rechnen.
Dass das Feuerholz knapp wird, liegt laut Dauskardt auch daran, dass es einen florierenden Markt aus der Ukraine und auch Weißrussland gab, der inzwischen zusammengebrochen ist. „Aber wer sich etwas Zeit nimmt, wird noch Brennholz in der Region bekommen. Viele Landwirte vermarkten ihr Brennholz inzwischen selbst.“
