Dass die Grünen etwas anders sind als andere Parteien, wird allgemein akzeptiert. Manchmal bringen die seltsamen Blüten, die an der Basis gedeihen, aber selbst den gelassensten Vorstand auf die Palme. Da warnt etwa die Grüne Jugend vor verheerenden ökologischen und sozialen Folgen durch den wachsenden Fleischkonsum. Ihr Antrag für den Parteitag in Melle: Bei Landesveranstaltungen der Grünen soll nur noch vegetarisch-biologische Kost auf die Teller kommen. Die Tofu-Fraktion hat die Rechnung allerdings ohne Landeschefin Susanne Leifheit gemacht. „Fleisch gehört genauso dazu“, sagt sie und will dem Nachwuchs gehörig in die Suppe spucken. Zu den grünen Kuriositäten gehört auch ein Antrag für den Bundesparteitag im Dezember. Kreisverbände wollen in Köln die Verlesung der Ergebnisse der Frauenfußball-Bundesliga fordern. Gleichberechtigung kennt keine Grenzen.
Denkt man an FDP-Größen in Niedersachsen, fallen einem Walter Hirche, Philipp Rösler oder Hans-Heinrich Sander ein. Gleich danach dürfte Christian Budde folgen. Der ist zwar nur Mitarbeiter der Fraktion und Lokalpolitiker, aber bereits über die Landesgrenzen hinaus populär. Dass seine Wahlplakate einst in Bielefeld für Aufregung sorgten, ist an dieser Stelle berichtet worden. Jetzt wurde auch in Göttingen ein echter Budde gesichtet. Und in Hannover lächelt der Jungpolitiker Wochen nach der Kommunalwahl immer noch tapfer von Laternenmasten. Da droht offenbar eine große Karriere.
Schon deutlich weiter oben auf der Leiter ist David McAllister. Dass sein steiler Aufstieg bereits jetzt die Künstler dieser Welt anlockt, hätte sich der CDU-Fraktionschef aber nicht träumen lassen. Sein Porträt ziert seit Mittwoch das Rathaus seiner Heimatstadt Bad Bederkesa (Kreis Cuxhaven). In der Ahnengalerie finden sich alle Bürgermeister seit 1840. Normalerweise werde man erst am Ende der politischen Laufbahn dort aufgehängt, schmunzelte McAllister bei der Ehrung. Er habe aber noch einiges vor.
