Die Sensation am Wahlabend ist ausgeblieben. Dass bei fünf Kandidaten die Bürgermeisterwahl in Jade nicht im ersten Wahlgang entschieden wird, war allgemein erwartet worden. Nicht überraschend ist ebenfalls, dass mit Henning Kaars der Kandidat vorn liegt, der in der Gemeinde bereits politisch Spuren hinterlassen hat.
Auch dass Tina Janßen, obwohl weitgehend unbekannt, diesen „Platzhirsch“ in die Stichwahl gezwungen hat, ist keine echte Überraschung. Denn sie konnte aufgrund der Unterstützung durch die CDU von vornherein auf ein gewisses Stimmenpotenzial bauen. Zudem dürfte sie parteiübergreifend bei Frauen „gepunktet“ haben.
Hans-Joachim Janßen hat schmerzlich erfahren müssen, dass die Gemeinde Jade politisch nicht besonders „grün“ ist. Und die Unterstützung durch die SPD hat deren Wähler offensichtlich eher gespalten als geeint.
Nur Außenseiterchancen hatten von Anfang an die beiden externen Bewerber. Klaus Schütte aus Oldenburg hat sicher exzellente Verwaltungskenntnisse, aber nicht genug Ausstrahlung. Ein Bürgermeister muss die Gemeinde auch repräsentieren können.
Genug Selbstbewusstsein hat zwar Redelf Ennen aus Marx gezeigt, allerdings hatte er zu ungenaue Vorstellungen, was er in der Kommune eigentlich bewegen will. Mensch sein allein reichte den Wählern offensichtlich nicht – zu Recht.
Das Ergebnis vom Sonntag lässt indes keinen eindeutigen Favoriten erkennen. Die Wahl bleibt also spannend.
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