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Klaus-von-Klitzing-Preis geht nach Wilhelmshaven Von Beruf Lehrerin und Multitalent

Oldenburg/Wilhelmshaven - Lehrerin, Kinderbuchautorin und Multitalent: Dr. Wiebke Endres ist MINT-Lehrerin des Jahres. Die Studiendirektorin, die aus Friesland stammt, wurde am Dienstag mit dem Klaus-von-Klitzing-Preis ausgezeichnet. Die 40-Jährige holte die Auszeichnung von EWE-Stiftung und Universität Oldenburg nach elf Jahren wieder nach Niedersachsen, sie unterrichtet am Neuen Gymnasium in Wilhelmshaven.

Nobelpreisträger als Namensgeber

Seit dem Jahr 2005 wird der Klaus-von-Klitzing-Preis jährlich von der EWE-Stiftung in Kooperation mit der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg verliehen. Von den 15 000 Euro Preisgeld sollen 10 000 für schulische Projekte verwendet werden. Geehrt wird eine Lehrer-Persönlichkeit, die sich besonders um die Anregung der Schülerinnen und Schüler zu wissenschaftlichem Arbeiten und Denken verdient gemacht hat.

Namensgeber Prof. Dr. Klaus von Klitzing („Von-Klitzing-Konstante“) bekam im Jahr 1985 für seine Entdeckung eines neuen Quanteneffektes den Nobelpreis für Physik.

Wattenmeer bis Nasa

Viele ihrer Schülerinnen und Schüler hatten sich zur virtuellen Preisvergabe zugeschaltet und freuten sich im Kommentarbereich mit Wiebke Endres. Per Video richteten einige von ihnen ganz persönliche Worte an ihre Mathe- und Chemielehrerin. „Mit ihrer lustigen und lieben Art und vielen Ausflügen motiviert sie besonders zum Lernen. Sie ist Lehrerin mit Leib und Seele“, sagte eine Siebtklässlerin. „Alle Schüler, die sie in Zukunft haben werden, können sich darauf freuen.“

Wiebke Endres hat mehrere außerschulische Kooperationen angestoßen, etwa mit dem Alfred-Wegener-Institut für Meeresbiologie. Ihr Unterricht beschränkt sich nicht aufs Klassenzimmer, Exkursionen führen sie und ihre Schüler ins Wattenmeer oder auf den Bauernhof. Endres selbst reiste für einen Lehrgang bei der Nasa in die USA.

Die Jury bezeichnete Wiebke Endres als echtes Multitalent. Neben ihrem überdurchschnittlichen Engagement für Mathematik und Naturwissenschaften schreibe sie Kinderbücher, in denen sie die Themen Freundschaft und Wissenschaft kreativ miteinander verknüpfe. Daneben bleibt der Studiendirektorin noch die Zeit, sich ehrenamtlich mit dem Verein Lehrer ohne Grenzen für bessere Bildungschancen von Kindern in Armenien und Moldawien einzusetzen. Sie widme sich ihrer Arbeit mit besonderer Leidenschaft, Kreativität und Menschlichkeit und knüpfe dabei lokale wie internationale Netzwerke.

Zugang zu Bildung

Sie möge ihren Optimismus und ihre ansteckende Begeisterung beibehalten, wünschte der zugeschaltete Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing der Preisträgerin. Der Präsident der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Ralph Bruder, hob ihre große Offenheit hervor. „Die volle Bandbreite der Naturwissenschaften abzudecken – vom Wattenmeer bis zur Nasa – ist eine Kunst“, ergänzte die Vorstandsvorsitzende der EWE-Stiftung, Marion Rövekamp.

Zum Abschluss ergriff die Preisträgerin selbst das Wort. Sie sei dankbar, die „Generation Mars“ ein Stück dabei begleiten zu dürfen, Lösungen für die globalen Probleme ihrer Zeit zu entwickeln. Sie verstehe sich als Stellvertreterin vieler engagierter Lehrkräfte auf der ganzen Welt. Deren Arbeit wolle sie mit ihrem persönlichen Anteil des Preisgeldes unterstützen und Kindern weltweit zu besseren Chancen auf Bildung verhelfen.

Svenja Fleig
Svenja Fleig Thementeam Wirtschaft
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