Wilhelmshaven - Seit der vergangenen Woche geht es plötzlich nicht mehr nur um wirtschaftliche Fragen im Zusammenhang mit dem Klinikum Wilhelmshaven, sondern auch um schwere medizinische Verdachtsmomente.
Verdacht auf fahrlässige Tötung
In fünf Fällen ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung im Zuge medizinischer Behandlungen in dem städtischen Krankenhaus – und bei weiteren 13 Fällen geht es um fahrlässige Körperverletzung. Sechs verantwortliche Personen des Klinikums sind dabei im Visier der Ermittler, darunter auch die aktuelle Geschäftsführerin Dr. Rafaela Korte, die unter dem Verdacht steht, Verdachtshinweise nicht sachgerecht behandelt zu haben.
Gegenüber der „Wilhelmshavener Zeitung“ erklärte sie in diesem Zusammenhang, dass die Fälle, in denen Patienten möglicherweise durch falsche Behandlung ums Leben gekommen seien, vor ihrer Amtszeit stattgefunden hätten. Korte leitet das Klinikum seit Dezember 2022.
Zwei anonyme Anzeigen
Die aktuellen Ermittlungen sind durch zwei anonyme Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg in Gang gesetzt worden. Die Hinweise darin waren offenbar so konkret, dass die Ermittlungsbehörden einen Anfangsverdacht sahen und im Rahmen einer Durchsuchungsaktion verschiedene Datenträger als Beweismaterial beschlagnahmten.
Bemerkenswert ist außerdem, dass die Ermittlungen nicht von der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland, sondern „aus innerorganisatorischen Gründen“ von der Inspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch durchgeführt werden.
