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NWZonline.de Region

Landgericht vernimmt Ex-Freundin und Stationsleiterin

30.01.2015

Oldenburg Im Mordprozess gegen einen früheren Krankenpfleger hat dessen Ex-Freundin ausgesagt. Das Landgericht Oldenburg schloss am Donnerstag die Öffentlichkeit aus, um die 46 Jahre alte Krankenschwester zu befragen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 38-Jährigen dreifachen Mord und zweifachen Mordversuch vor. Er soll Patienten am Klinikum Delmenhorst ein Herzmedikament gespritzt haben, das zu schweren Komplikationen führte. Vor einem vom Gericht beauftragten psychiatrischen Gutachter hatte er vor kurzem 90 Taten zugegeben, in bis zu 30 Fällen überlebten die Opfer nicht.

Für die Aussage der früheren Lebensgefährtin, einer früheren Kollegin des Angeklagten am Klinikum in Oldenburg, schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus, um ihre Privatsphäre zu schützen. „Die Beziehung steht im Zentrum der Vernehmung“, begründete der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann. Dazu gehörten auch intime Details und Fragen zum Sexualleben. Anschließend wollte die Kammer vier Kollegen vom Pflegepersonal der Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg befragen.

Das Klinikum in Delmenhorst hätte eine Mordserie an Patienten möglicherweise schon früher aufdecken können. Neben Gerede unter Kollegen gab es auch konkrete Hinweise, dass ein Pfleger für den Tod von Patienten verantwortlich sein könnte. Ein Kollege habe nach einer Nachtschicht mit dem Mann in einem Patientenzimmer vier leere Ampullen eines Herzmedikaments gefunden, sagte die damals stellvertretende Stationsleiterin am Donnerstag vor dem Landgericht Oldenburg. Sie habe diese ihrem Vorgesetzten übergeben. Dieser habe ihr jedoch gesagt, dass sie sich raushalten solle.

Erst als eine Krankenschwester den Pfleger im Sommer 2005 auf frischer Tat ertappte, nahm die Serie ein Ende. Der von der stellvertretenden Stationsleiterin geschilderte Vorfall ereignete sich jedoch einige Zeit davor. Der Pfleger hatte vor Gericht ausgesagt, er hatte die Ampullen etwa einen Monat vor der Festnahme des verdächtigen Kollegen entdeckt.

Ob ihr Vorgesetzter die Klinikleitung oder andere Verantwortliche informiert habe, wisse sie nicht, sagte die 58-Jährige. Er habe ihr gesagt, das Ganze sei nicht ihre Kompetenz. „Ich habe mich sehr darüber geärgert.“ Der Anwalt des Klinikums Delmenhorst sagte am Rande des Prozesses, ihm sei der Vorfall nicht bekannt. Das Klinikum selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Dezember gegen den Stationsleiter und fünf andere Klinik-Mitarbeiter. Sie haben sich möglicherweise des Totschlags durch Unterlassen schuldig gemacht, weil sie Hinweisen auf die Mordserie nicht nachgegangen sind.

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