Emden - Die bereits im Sommer 2020 gestartete, zwischenzeitlich unvermittelt wieder gestoppte und nun für kommenden Montag nach achtmonatiger Zwangspause geplante Fortsetzung der Sanierung der Emder Trogstrecke wird mindestens 2,3 Millionen Euro teurer werden als anfangs kalkuliert. Ursprünglich waren für die Arbeiten an der knapp 400 Meter langen wichtigen Verbindungsstraße rund 5,8 Millionen Euro veranschlagt, jetzt werden es am Ende wohl gut 8,1 Millionen Euro sein. Diese Zahl nannte am Dienstag Stadtbaurätin Irina Krantz während einer Baustellenbesichtigung.
Weil die Mehrkosten aber nicht im aktuellen städtischen Haushalt zu finden sind, werden nun unter anderem gleich drei andere Straßenbauarbeiten im Stadtgebiet in das nächste Jahr verschoben. Zudem verzichtet der städtische Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE) vorerst auf den Neubau eines Salzsilos sowie auf den Kauf eines neuen Traktors. Dafür aber soll die Trogstrecke noch in diesem Jahr fertiggestellt werden – hofft man zumindest bei der Stadt.
Pfusch vor 40 Jahren
Nachdem man gleich zu Beginn der umfangreichen Sanierungsarbeiten vor ziemlich genau zwei Jahren auf gravierende Baumängel aus den 70er Jahren gestoßen war, der frisch gegossene Beton Blasen bildete und das Grundwasser an mehreren Stellen aus dem Boden drang, waren die Arbeiten gestoppt und ein Ingenieurbüro mit der Suche nach Lösungen beauftragt worden. Die liegen nun vor.
Danach werden nun Drainagematten unter die Betonfahrbahn verlegt, die das Grundwasser kontrolliert abführen sollen. Auf eine Asphaltdecke wird bewusst verzichtet. Damit, so Straßenbauexperte Wolfgang Fecht vom BEE, will man der Durchlässigkeit des Betons künftig begegnen. Denn ganz abstellen wird man das Problem nicht. Den Pfusch am Bau von vor mehr als 40 Jahren könne man nicht in Gänze beheben, sind sich Fecht und Stadtbaurätin Krantz mit den beauftragten Experten einig.
Einzelne Sperrungen
Die anstehenden Arbeiten an der Trogstrecke sollen in den nächsten Monaten nach Möglichkeit „unter laufendem Verkehr“ erfolgen, wie Hinrich Post vom städtischen Fachdienst Verkehr betonte. Dennoch könne es zwischenzeitlich auch zu einzelnen Sperrungen kommen. Die Zufahrt zum Gewerbegebiet in der Straße Zur Alten Brikettfabrik sowie zum Gelände der ehemaligen Nordseewerke werde aber immer möglich sein. Die Straße Zur Alten Brikettfabrik wird übrigens parallel saniert und mit einer neuen Fahrbahndecke versehen, auch wenn das nicht unmittelbar mit der Großbaustelle nebenan zu tun hat.
„Endlich gibt es für die Trogstrecke wieder eine Perspektive“, zeigte sich Stadtbaurätin Krantz zuversichtlich. „Das ist wirklich keine triviale Baustelle“, ergänzte Fecht. Aber das kann nun wirklich niemand mehr behaupten.
