Strücklingen - „Einer meiner Söhne hat mir eine Viertelstunde nach dem Halbmarathon gesagt, dass ich so aussehen würde, als wäre ich gar nicht mitgelaufen. Und so fühlte ich mich auch“, sagt Willehad Harms aus Strücklingen im Landkreis Cloppenburg, der 2019 bei „Lauf geht’s“ mitgemacht hat. Ein halbes Jahr vorher habe das noch ganz anders ausgesehen: „Eigentlich war ich immer der Unsportlichste überhaupt. Ich habe zwar einmal ausprobiert, im Fitnessstudio zu trainieren, aber das war gar nichts für mich“, so der 61-Jährige: „Alle die mich kannten, haben einfach nur gedacht: ‚Das kann ja wohl nicht sein, dass der einen Halbmarathon laufen will.‘“
Erste Laufversuche
Mit 50 Jahren sei er nach einem Arbeitgeberwechsel erstmals Laufen gegangen, als er gesehen hatte, welch fitten Eindruck viele neue Kollegen machten, die regelmäßig joggten. Er begann mit zwei Runden um einen Baggersee im Nachbarort – eine halbe Runde laufend, die andere Hälfte gehend. Die Gesamtstrecke: 2,4 Kilometer. „Danach war ich fix und fertig“, so der Strücklinger zu seinen ersten Versuchen. Langsam steigerte er sich auf vier Runden: „Aber in einer Zeit, die war gar nichts. Ich habe 38 Minuten für die 4,8 Kilometer gebraucht.“
Er habe sich dann ein paar Jahre gequält und sein „innerer Schweinehund“ sei kurz davor gewesen, die Oberhand zu gewinnen. Und nachdem er schon 2017 und 2018 von „Lauf geht’s“ gelesen hatte, habe er sich 2019 – mit 58 Jahren – endlich angemeldet: „Das war an einem Samstagmorgen. Das vergesse ich nie wieder.“
Und die Anmeldung bei der NWZ hat sich gelohnt: Der 1,70 Meter große Mann nahm während „Lauf geht’s“ von 79 auf 71 Kilogramm ab. „Die fielen sehr schnell ’runter und plötzlich passten meine Hosen nicht mehr“, sagt er lachend. Sein Doppelkinn und sein Bauch seien verschwunden.
Der Gewichtsverlust sei für ihn aber nur ein Nebeneffekt: Seit mehr als 20 Jahren sei er Asthmatiker und habe nun keine Beschwerden mehr. Seine Medikamente müsse er nur noch sehr selten nehmen: „Das ist sowas von im Griff, das ist Wahnsinn.“
Schnarchen weg
Durch sein Asthma habe er früher im Schlaf außerdem sehr viel geröchelt und sei nachts sogar wach geworden, weil er husten musste. „Meine Frau hatte schon Angst, dass ich abnippel’, weil ich so viel Krach gemacht habe“, sagt Willehad Harms lachend. Jetzt habe er einen ruhigen und erholsamen Schlaf. Außerdem ist er fest davon überzeugt, nun besser gegen die Folgen einer Corona-Infektion gerüstet zu sein. Und: Seine Allergie gegen Frühblüher mache sich kaum noch bemerkbar.
Start von „Lauf geht’s“ ist am 19. April um 19.30 Uhr mit dem Vortrag „Training mit Sinn, Verstand und Spaß“ sowie der Ausgabe der Startunterlagen.
Ziel ist die Teilnahme am Halbmarathon in Oldenburg am 16. Oktober.
Die Kosten betragen monatlich – über sechs Monate – 59,90 Euro, für NWZ-Abonnenten 49,90 Euro. Hinzukommt eine einmalige Startergebühr von 59,90 Euro (49,90 Euro für NWZ-Abonnenten). Bei Wiederholern entfällt die Startergebühr.
Bis zum 20. März kann sich noch angemeldet werden. Anmeldung und weitere Infos unter
Blutdruck runter
Darüber hinaus war sein Hausarzt vor „Lauf geht’s“ fast so weit, ihm Medikamente gegen seinen hohen Blutdruck zu verschreiben. Dieser lag bei 155/95 und sank durch das Training und die Ernährungsumstellung auf 130/70. Das alles hat sich bis heute nicht geändert, weil der Strücklinger, der sich mittlerweile eine Uhr mit einer Lauf-App angeschafft hat, immer noch regelmäßig eine 11,8-Kilometer-Strecke in der Natur absolviert. In den 365 Tagen vor dem 21. Februar habe er 1592 Kilometer zurückgelegt, sagt der 61-Jährige stolz.
2020 habe er sich bei fünf Halbmarathons angemeldet, diese seien jedoch alle coronabedingt ausgefallen. Aber: „Sobald es wieder die Möglichkeit gibt, bin ich sofort dabei.“
