Lüneburg - Im Fall des mutmaßlichen Serienmörders von Lüneburg prüft die Polizei mögliche Verbindungen zu 236 Taten. Dazu gehören Tötungsdelikte und Vergewaltigungen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. So dürfte es auch um viele Fälle gehen, die vermutlich nicht mit dem ehemaligen Friedhofsgärtner in Verbindung stehen. Der Mann gilt als Verantwortlicher für die zwei Doppelmorde in der Göhrde von 1989. Er beging 1993 Suizid. Unter einer Garage wurde auf einem früheren Grundstück des Mannes im September 2017 am Stadtrand von Lüneburg zudem die Leiche einer seit 1989 verschwundenen Frau gefunden.
Im vergangenen Jahr hatte die Polizeidirektion daraufhin eine Clearingstelle bei der Ermittlungsgruppe Göhrde eingerichtet. Andere Dienststellen im In- und Ausland sollen sich mit ihr in Verbindung setzen und so ihre Fälle anhand der Göhrdemorde abgleichen.
Eine neu eingerichtete Einheit „Cold Case“ soll sich künftig in Lüneburg mit seit Jahren nicht geklärten Fällen im Nordosten Niedersachsens beschäftigen. Die temporäre Ermittlungsgruppe Göhrde solle später in dem neuen Sachgebiet aufgehen, sagte Dezernatsleiter Thomas Ludwig-Dücomy. Allein 48 entsprechende Mord- und sieben Vermisstenfälle gebe es im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg. In ganz Niedersachsen gebe es 268 derartige Mord- und 26 Vermisstenfälle, insgesamt also 294. Das neue Sachgebiet wurde zum 15. April eingerichtet. Durch neue Methoden hoffe man, bisher ungelöste Fälle aufklären zu können, sagte dazu Polizeipräsident Thomas Ring am Dienstag.
