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NWZonline.de Region

Wesertunnel-Sperrung: Mal eben noch ‘ne Stau-Wurst holen

07.07.2017

Golzwarden /Berne /Lemwerder Wer die Weser auf die östliche Seite überqueren möchte, muss zurzeit viel Geduld aufbringen. Bereits gegen drei Uhr nachmittags beträgt die Wartezeit am Fähranleger in Golzwarden für die Überfahrt nach Sandstedt über eine Stunde. Die Schnellfähre „Kleinensiel“ ist dabei pausenlos im Einsatz.

Da kommt bei dem einen oder anderen Wartenden schon einmal Hunger auf. Auch möchte der Durst irgendwann gestillt werden. So war es auch bei Marion Adler aus Bremerhaven. „Ursprünglich kommt meine Familie aus Brake. Dort waren wir am Wochenende zu Besuch und haben hier ebenfalls im Stau gestanden“, erzählt sie.

Selber lange gewartet

Im Gespräch mit anderen Wartenden kam Adler und ihrem Schwiegersohn Martin Hoffmann eine Idee: Hier muss etwas zu Trinken und Essen angeboten werden. „Als Schausteller haben wir ja einen Stand. Wir haben also bei der Stadt Brake angefragt. Uns wurde schnell und unkompliziert die Genehmigung dafür gegeben“, freut sich Adler über die positive Zusage.

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Anschließend fackelte sie nicht lange: Schnell war der Stand beim Fähranleger aufgebaut. Für 2,50 Euro bekommen nun die Wartenden eine Bratwurst, Kaffee gibt es für einen Euro. „Die Leute nehmen das ganz gut an. Zudem treffen wir viele alte Bekannte aus unserer Schulzeit in Brake wieder. Es ergeben sich nette Gespräche“, berichtet die pfiffige Geschäftsfrau.

Auch Helmut Hilker aus Osterholz-Scharmbeck ist froh über das Angebot: „Dass wir so lange im Stau stehen werden, war uns nicht bewusst. Da ist man froh, wenn es etwas zu essen gibt“, sagt er.

Autofahrer genervt

Die Autofahrer müssen weiterhin viel Geduld mitbringen. Bei einigen geht diese aber offenbar schnell verloren. Einige scheren plötzlich aus der Schlange aus und fahren auf der Gegenfahrbahn weiter, um schneller zum Parkplatz vor dem Anleger zu kommen. Als ein Auto vom Fähranleger kommend auftaucht, wollen andere Verkehrsteilnehmer den genervten Fahrer sich nicht wieder in der rechten Spur zum Fähranleger hin einordnen lassen.

Bei einigen Autofahrern liegen daraufhin die Nerven blank. Nach einer kurzen Diskussion beruhigen sich alle aber wieder. Der Mann, der mit seinem Auto in den Gegenverkehr ausscherte, will nur zum Bratwurststand und sich nicht mit seinem Wagen vordrängeln. Andere machen sich zu Fuß mit ihren Kindern oder Hunden auf den Weg zum Anleger, während der Partner in der Autoschlange im Schritttempo weiterfährt.

An den drei weiter südlich gelegenen Fährverbindungen geht es wesentlich ruhiger zu. Ohne größere Wartezeiten wird der Fährverkehr über die Verbindungen Berne/Farge, Motzen/Blumenthal und Lemwerder/Vegesack abgewickelt. „Wir stellen bis etwa 9 Uhr zwar ein erhöhtes Verkehrsaufkommen fest“, sagt Andreas Bettray gegenüber der Nordwest-Zeitung. Danach herrschten aber fast normale Bedingungen, wenngleich die Fähren Lemwerder/Vegesack täglich etwa 1200 Autos mehr befördern würden, so der Geschäftsführer der Fähren Bremen-Stedingen GmbH.

Gut vorbereitet

Die Fährgesellschaft ist laut Bettray gut vorbereitet gewesen, mehr Personal war eingestellt worden. Auch führen die Schiffe im Pendelverkehr. „Es läuft gut. Wir haben noch jede Menge Kapazitäten“, betont Bettray.

Gut vorbereitet auf das erhöhte Verkehrsaufkommen ist auch die Schnellfähre in Golzwarden. Auch Peter Schultze, Geschäftsführer der Schnellfähre Brake-Sandstedt (SBS), hat mehr Personal eingestellt, um den gestiegen Anforderungen gerecht werden zu können.

Das befürchtete Chaos an den Fähren in der Wesermarsch ist zwar ausgeblieben. Dennoch müssen die Autofahrer auch weiterhin in Nordenham und Brake mit längeren Wartezeiten rechnen. Nach Angaben der in Oldenburg ansässigen Straßenbaubehörde dauert die Sperrung der Südröhre des Wesertunnel, was also den Verkehr in Richtung Osten betrifft, noch bis zum 14. Juli an.

So lange wird auch Marion Adler noch an der Golzwarder Fähre stehen und für Essen und Getränke sorgen – die Nutzer der „Kleinensiel“ werden es ihr danken.


Einen Film über die Weserfähren sehen Sie unter   www.nwzonline/video 
Video

Nils Coordes Redakteur / Newsdesk
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Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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