Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Petition gegen Kürzungen gestartet Nordenhamer in Sorge um Mehrgenerationenhaus

Horst Lohe
Sie rufen zu Unterschriften auf für eine Petition gegen die Kürzung der Fördermittel (von links): Ralf Bunten, Stefan Schreiber und Doreen Schmidt.

Sie rufen zu Unterschriften auf für eine Petition gegen die Kürzung der Fördermittel (von links): Ralf Bunten, Stefan Schreiber und Doreen Schmidt.

Horst Lohe

Nordenham - Die Förderung des Bundes für Mehrgenerationenhäuser in Höhe von jeweils 40 000 Euro jährlich soll ab 2024 um fünf Prozent reduziert werden. „Das hört sich nach nicht viel an, aber die Signalwirkung ist ganz fatal“, sagt Ralf Bunten. Er ist Geschäftsführer des Caritasverbandes in der Wesermarsch, der das Mehrgenerationenhaus in Nordenham betreibt.

Mehr Geld nötig

Wegen Personalkosten-Steigerungen müsse es darum gehen, die Förderung zu erhöhen, um den bisherigen Status halten zu können. Keinesfalls dürfe es zur Kürzung kommen, betont Ralf Bunten. Denn bis zu 15 Prozent zusätzlich müssten im nächsten Jahr infolge Tariferhöhungen und Inflationsausgleich für Personal aufgewendet werden.

Rund 80 Prozent des Gesamtetats von 140 000 Euro des Mehrgenerationenhauses in Nordenham seien Personalkosten. Die vom Bundesfamilienministerium mitgeteilte Reduzierung der Bundesförderung um fünf Prozent stelle daher die Einrichtung in Nordenham vor große Probleme. Glücklicherweise seien die Räume im Besitz der katholischen Kirchengemeinde, die keine Miete verlange, sondern sich mit der Erstattung der Nebenkosten begnüge. Diese Unterstützung bleibe ganz wichtig. Die Nebenkosten seien aber gestiegen, sie seien nur noch nicht an das Mehrgenerationenhaus weitergegeben worden.

„Falsche Richtung“

„Die Kürzung der Bundesförderung geht völlig in die falsche Richtung“, unterstreichen Mehrgenerationenhaus-Leiterin Doreen Schmidt und Leiter Stefan Schreiber. „Erschütternd“ ist für sie die Signalwirkung. Denn mit dem bisher finanzierten hauptamtlichen und räumlichen Rahmen könne sich im Haus sehr viel ehrenamtliches Engagement entfalten. Das habe sich gerade in den vergangenen Corona-Jahren bewährt. So sei es zum Beispiel möglich gewesen, mit Hilfe Ehrenamtlicher einige Kreativangebote für Kinder zu machen, ein Digitales Lerncafé für Ältere einzurichten sowie ein Reparaturcafé.

Nach dem Beginn des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine sei begonnen worden, mit Ehrenamtlichen Deutschkurse sowie auch Kinderbetreuung für Flüchtlinge aus der Ukraine anzubieten. Ein weiteres Beispiel sei, dass – weil das Mehrgenerationenhaus entsprechende Möglichkeiten biete und das Netzwerk habe – in Nordenham ein Mittagstisch-Konzept mit Wohnungslosen realisiert worden ist. Ralf Bunten unterstreicht: „Auf jede Krise haben wir reagiert. Das Mehrgenerationenhaus ist ein wichtiger Ort, um Menschen zu unterstützen.“


Mehrgenerationenhäuser seien Orte der Demokratie: Die Beteiligung der Nutzer sei ausdrücklich erwünscht.

530 Häuser

Das Mehrgenerationenhaus Nordenham schließt sich der Initiative des Bundesnetzwerks Mehrgenerationenhäuser an. Damit sollen die bundesweit insgesamt 530 aktiven Häuser gestärkt werden. Jedermann kann mit seiner Unterschrift in einer Petition fordern, dass die Kürzung der Fördermittel gestoppt wird. Im Offenen Treff im Nordenhamer Haus liegen Unterschriften-Listen aus.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever
Da hofften sie noch auf ein buntes Familienfest (von links): die Initiatoren von „Rock durch die Mitte“ Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne).

DEMOKRATIE-FEST IN SCHORTENS ABGESAGT Initiatoren sehen Sicherheit am 11. Mai gefährdet

Jeversches Wochenblatt
Schortens
Mit der Legalisierung von Cannabis für Erwachsene wird auch Jugendlichen suggeriert, dass Kiffen in Ordnung ist.

DROGENKONSUM BEI JUGENDLICHEN Die Reifung von Hirn und Emotionen bleibt beim Kiffen auf der Strecke

Anja Biewald
Oldenburg
Die Baskets Oldenburg um Alen Pjanic (links) können in der Tabelle klettern. Vechta und Wes Iwundu fehlen noch ein Sieg im Playoff-Rennen.

ZWEI SPIELTAGE VOR ENDE DER HAUPTRUNDE Das ist für Baskets Oldenburg und Rasta Vechta noch drin

Niklas Benter
Oldenburg
Der Herr der Zahlen bei Kickers Emden: Steuerberater und Vorsitzender Hendrik Poppinga.

WEGWEISENDE VERSAMMLUNG Wichtiges Zukunfts-Votum bei Kickers Emden – Mitglieder kommen Ende Mai zusammen

Lars Möller
Emden