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Einsatz in Melle Polizei fasst Automatensprenger nach Großfahndung

Während der Verfolgung dreier Männer, die in Melle am Mittwoch mutmaßlich einen Geldautomaten gesprengt haben, verunglückte ein Streifenwagen der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim. Einen Tag später konnte der dritte Tatverdächtige gefasst werden.

Während der Verfolgung dreier Männer, die in Melle am Mittwoch mutmaßlich einen Geldautomaten gesprengt haben, verunglückte ein Streifenwagen der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim. Einen Tag später konnte der dritte Tatverdächtige gefasst werden.

dpa

Melle/Wettrup - Die Serie gesprengter Geldautomaten in Niedersachsen setzt sich fort: Nach einer Sprengung in Melle (Landkreis Osnabrück) in der Nacht zum Mittwoch hat die Polizei drei Tatverdächtige festgenommen. Die Polizei hatte eine Großfahndung eingeleitet und zwei mutmaßliche Täter schnell nach der Tat festnehmen können. Einen dritten Tatverdächtigen fassten die Beamten nach stundenlanger Suche nahe der Ortschaft Wettrup im Landkreis Emsland, wie die Polizei am Mittwochnachmittag mitteilte. Für die Fahndung war die Polizei mit zahlreichen Polizeikräften, Drohnen, einem Hubschrauber und Polizeihunden im Einsatz.

Verfolgungsjagd bis ins Emsland

Zunächst waren die Verdächtigen mit einem Auto vom Tatort entkommen. Bei einer rasanten Verfolgungsjagd hatten Einsatzkräfte das Fluchtauto bei Wettrup mit einem Nagelbrett gestoppt. Das Trio flüchtete daraufhin zu Fuß weiter über einen Acker, nach 500 Metern wurden ein 18- und ein 20-Jähriger dann gefasst. Der dritte Mann entkam zunächst. Am Mittwochnachmittag fiel dann der dritte Tatverdächtige, ein 23-Jähriger, Beamten auf einem Feld auf, als dieser nach einer Ansprache der Beamten erneut flüchtete. Er wurde nach kurzer Verfolgung festgenommen.

Beamte schwer verletzt

Die Polizei hatte wegen der Großfahndung nach dem flüchtigen Täter zunächst Autofahrer gebeten, keine Anhalter mitzunehmen und Wettrup weiträumig zu umfahren. Weitere Details zur Tat, etwa ob und wie viel Geld erbeutet wurde, blieben zunächst unklar. Während des Einsatzes verunglückte ein Streifenwagen der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim. Insgesamt drei Beamte wurden während des Einsatzes teils schwer verletzt. „Wie skrupellos die Täter vorgehen, zeigt sich auch dadurch, dass die Täter heute Morgen bei ihrer Flucht Laserpointer nutzten, um die eingesetzten Beamtinnen und Beamten zu blenden“, sagte der Präsident der Polizeidirektion Osnabrück Michael Maßmann. Wie es scheine, sei ihnen jedes Mittel recht, um an das schnelle Geld zu kommen.

Banken in der Pflicht

Es ist die inzwischen zwölfte Geldautomatensprengung dieses Jahr in Niedersachsen. „Die heutige Sprengung macht aber erneut deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist“, teilte Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) mit. Die Taten müssten durch höhere Sicherheitsmaßnahmen der Banken unverzüglich so unattraktiv wie möglich gemacht werden. Bereits vergangene Woche – nach einer Automatensprengung in Achim (Landkreis Verden) – hatte Behrens zeitnahe Gespräche mit Banken angekündigt.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte am Mittwoch in einer Mitteilung einen verpflichtenden Umbau von Geldautomaten. „Wir sehen die Banken und die Politik in der Pflicht, endlich alles dafür zu tun, damit sich solche Fälle nicht wiederholen“, hieß es vom Landesvorsitzenden der GdP Niedersachsen, Kevin Komolka. „Das Geld muss bei der Detonation unbrauchbar werden, wie es in anderen Ländern längst der Fall ist.“


Mehr Polizeipersonal gefordert

Die niedersächsische CDU-Fraktion plädiert zudem für eine personelle Stärkung der Polizei, um den Verfolgungsdruck auf die Täter zu erhöhen. „Wir erwarten von der Landesregierung hier mehr als nur Ankündigungen und werden zu diesem Thema auch im Innenausschuss eine Unterrichtung gemeinsam mit Bankenvertretern beantragen“, teilte die Parlamentarische Geschäftsführerin Carina Hermann am Dienstag mit.

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