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NWZonline.de Region

Moorbrand bei Meppen ist gelöscht

11.10.2018

Meppen Die Bundeswehr wirft über einem Moor Raketen aus einem Hubschrauber ab, der nach wochenlanger Trockenheit ausgedörrte Torf fängt Feuer. Die Soldaten bekommen die Flammen nicht in den Griff: Ein Löschfahrzeug ist defekt, Hilfe von außerhalb ruft sie erst spät herbei. Wochenlang brennt das Moor im Emsland, zwischenzeitlich auf einer Fläche von rund 1000 Fußballfeldern. Mehr als fünf Wochen später meldet Bundeswehr-Brandchef Andreas Sagurna schließlich: „Der Brand ist aus.“ Doch Fragen und Kritik am Vorgehen der Bundeswehr bleiben.

Am 3. September war der verheerende Moorbrand nahe Meppen ausgebrochen. Rund 1600 Feuerwehrleute waren zu Hochzeiten im Einsatz - auch um zu verhindern, dass die Flammen auf die angrenzenden Wohngebiete und Wälder übersprangen. Der Landkreis rief vorübergehend den Katastrophenfall aus, mehr als 100 Kilometer weit zog die Rauchfahne. Entsprechend groß war die Betroffenheit und die Verunsicherung in der Bevölkerung. Die Menschen fürchteten nicht nur um ihren Besitz, sondern auch um ihre Gesundheit.

Doch von der Bundeswehr kamen zunächst nur spärlich Informationen. „Am Anfang haben wir sehr unglücklich agiert“, sagte Sagurna am Mittwoch. Auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte zuvor bei einem Besuch auf der Dienststelle WTD 91 ihrer Truppe Fehler eingestanden und sich bei den Bürgern in der Region entschuldigt. Doch Spekulationen über mögliche Gesundheitsgefahren heizten in den vergangenen Tagen die Diskussion erneut an.

So ließ die Bundeswehr die Umgebung nach Spuren von radioaktiver Strahlung und Quecksilber untersuchen, die im Boden liegende Munitionsreste möglicherweise freigesetzt haben könnten. „Das hat vermutlich zu Verunsicherung geführt und bei dem ein oder anderen auch zu Ängsten“, sagte Sagurna. Es sei dabei nicht um einen Verdacht gegangen. Uran-Munition hätten die Truppen auf dem Übungsgelände nie verschossen, betonte Barbara Schmidt vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr. „Wir haben trotzdem Untersuchungen gemacht, zur Sicherheit und Transparenz.“

Doch Transparenz ist genau das, was der Opposition beim Krisenmanagement fehlt. „Erst nach massivem öffentlichen Druck wurden nun endlich Messergebnisse zum Moorbrand vorgelegt“, kritisierte die die Fraktionsvorsitzende der niedersächsischen Grünen, Anja Piel, in einer Mitteilung. Danach bestand nach Angaben von Bundeswehr und Landkreis für Bevölkerung und Einsatzkräfte keine Gefahr durch erhöhte Kohlenmonoxidwerte. Doch wieso die Bundeswehr erstmals vom 18. auf den 19. September - und damit mehr als zwei Wochen nach dem Ausbruch des Feuers - Messungen unternahm, konnte Sagurna nicht beantworten. „Das ist das, was es am Ende zu klären gilt in der Nachbereitung.“

Die Linke im Bundestag fordert jetzt eine lückenlose Aufklärung, wie es zu dem Moorbrand kommen konnte, wieso die Brandbekämpfung so langsam anlief und die Sicherheitsvorkehrungen versagten. Für die Bundeswehr ist der Krisen-Einsatz auf dem Übungsplatz jedoch noch nicht beendet. Rund 140 Feuerwehrleute fahren zurzeit Streife auf dem Gelände, aus der Luft überwachen Drohnen das Areal - um sicherzugehen, dass das Feuer nicht an irgendeiner Stelle wieder ausbricht.

Außerdem sollen Anwohner und Bauern ihre Schäden ersetzt bekommen. Fünf Bundeswehr-Mitarbeiter nehmen die Anträge in einer Schadenannahmestelle auf. Etwa 60 Bürger und 30 Landwirte hätten bisher Schäden gemeldet, sagte Stephan Schuster-Oppenheim vom Bundeswehr-Bundesamt. Diese reichten von verschmutzten Photovoltaik-Anlagen, ausgefallener Miete für Ferienwohnungen bis zu Schäden von Bergepanzern im Wald.

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