Oldenburger Land - Eigentlich sei er nicht so der ängstliche Typ, sagt Klaus Englert aus Bad Zwischenahn. Was er da neulich auf seinem Handy lesen musste, hat ihn aber schon erschrocken. „Konvertiere zum Islam! Andernfalls wird man dir nach deinem Ableben eiserne Ketten anlegen und dich in das Höllenfeuer zerren!“ Angehängt an die unbehagliche Botschaft war ein Link zu einem Video. Geklickt habe er das nicht, sagt Engler, der den Vorfall der Polizei gemeldet hat.
Die NWZ hat sich das Video angeschaut. Ein Prediger namens Abu Walaa mahnt, an das Leben nach dem Tod zu denken. Aber wer ist Abu Walaa? Polizisten haben den auch als „Prediger ohne Gesicht“ bekannten Mann Anfang November verhaftet. Abu Walaa „bekennt sich offen zum sogenannten ‘Islamischen Staat (IS)’ und ist in der Vergangenheit bei zahlreichen salafistischen Veranstaltungen als Redner aufgetreten“, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Ziel des von ihm angeführten Netzwerks soll es gewesen sein, Kämpfer an den IS nach Syrien zu vermitteln.
Bundesweit machen solche Droh-SMS, wie sie Klaus Englert bekommen hat, derzeit die Runde. Nur wenige Empfänger gehen zur Polizei. Gerade einmal vier Fälle sind der Polizei im Oldenburger Land bekannt. In anderen Bundesländern ermittelt bereits der Staatsschutz.
Man müsse vor diesen Nachrichten keine Angst haben, sagt Gerrit Cegielka, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Er empfiehlt eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur wegen unerlaubter Werbung (www.bundesnetzagentur.de).
