'Niemals hätte ich gedacht, dass sich unser kleines geschwisterliches Projekt in ein Familienbaby verwandeln wird', sagt Annemarie Rasche lachend und guckt sich dabei stolz um. Sie sitzt in dem Geschäft, dass sie zusammen mit ihrem Bruder Felix und ihrer Mutter Cornelia Anfang dieses Jahres eröffnet hat. In der 'Soulshine Fabrik' in der Wilhelmshavener Südstadt gibt es Möbel, Bilder, Lampen und alles was das Einrichtungsherz höher schlagen lässt.
Das Besondere sei, dass sie andere Produkte anbieten als die großen Möbelhäuser, betont die 27-Jährige. Denn im Laden in der Südstadt liegen ausgewählte Einzelstücke, die die Familie unter anderem auf Schatzsucher-Touren über verschiedene Flohmärkte entdeckt. Sogar bis in die Niederlande führen die Reisen in die Secondhand-Welt. Dadurch sähen die Sachen zwar zum Teil abgewetzt aus, richtig kombiniert könnten sie aber zum Blickfang eines jeden Raumes werden, sagt Annemarie Rasche. Dazu kommen noch Bastel-Workshops, Möbelanfertigungen durch modernes 'Upcycling' – also alte Dinge verwenden, um Neue zu schaffen, oder auch das Bedrucken von Textilien zum Selbermachen. Das eigene Geschäft ist aber nur das jüngste Projekt der Marke 'Soulshine'. Angefangen hatte alles 2008, als Annemarie und Felix die Band 'Annie Soulshine' gründeten. Seitdem sind sie in der Region unterwegs, aber auch auf internationalen kleinen Bühnen wie dem berühmten Cavern-Club in Liverpool in England. Dort spielten auch schon Größen wie die Beatles oder Adele. Durch die Gagen für ihre Auftritte und dem Siebdruck auf Veranstaltungen oder Festen, mussten sich die Geschwister gezwungenermaßen mit der Selbstständigkeit befassen. 'Also war der Schritt zum eigenen Laden nicht mehr so weit', erklärt Felix Rasche. Sie hätten dazu noch Mutter Cornelia ins Boot geholt, da sie schon Erfahrung mit dem Thema Buchhaltung habe.
Heute, wenige Monate später, ist die 'Soulshine Fabrik' ein Laden, in dem die ganze Familie mit anpackt, der als Bühne für Geheimkonzerte kleiner Künstler genutzt wird und der sogar bei der kommenden Landpartie auf Schloss Gödens vertreten ist.
So kommt es, dass die Selbstständigkeit und ein eigener Laden der eingespielten Familie keinen Schweiß auf die Stirn treibt, sondern das Ende oder vielleicht auch der Anfang eines gelebten Traumes ist.
